September 2017: Monatlicher Cashflow mit Optionen

September 2017: Monatlicher Cashflow mit Optionen

Nach den Dividendeneinnahmen wird dies hier mein zweitliebster Artikel auf dem Blog, der monatliche Cashflow mit Optionen. Als Stillhalter, durch den gezielten Verkauf von Optionen, kann man sich ein regelmäßiges Einkommen an der Börse sichern.

Schon wieder ist ein Monat vorbei und ich kann die Optionsprämien abrechnen. Das Ergebnis ist zwar erneut niedriger, als die beiden Monate davor, jedoch absolut im Rahmen und nur leicht unter dem Schnitt für 2017.

Dies kommt neben dem allgemein etwas ruhigeren Monat, sprich weniger Trades, auch davon, dass meine MO Position, über die ich bereits im letzten Update berichtet hatte, gerollt werden musste.

Meine ursprüngliche Annahme, dass nach dem 20% Kurseinbruch, der am Tagesende bereits auf ca. -10% zusammengeschrumpft war, sich der Kurs zügig erholt und die Vola sehr schnell sinkt, hatte sich so nicht erfüllt.

Aber so ist das. Man verkauft in der Regel Optionen mit einer Annahme dahinter. Tritt diese ein, toll. Wenn nicht, Pech gehabt helfen wir nach.

Eine Option Rollen in der Praxis am Beispiel von MO!

So kam es, dass ich ein paar Tage vor Verfall meinen Put zum 15. September (MO 15SEP17 65.0 P) mit Verlust zurückkaufte. Ich bezahlte 347,- USD und stand mit minus 140,- USD (-116,99 EUR) in der Kreide, denn die Prämie zu anfangs betrug 214,- USD. Dazu kamen zweimal 3,50 USD gebühren.

Wie im Artikel zum Thema Rollen aus meiner Optionshandel ABC Reihe erklärt schaute ich dann, welche Prämie ich bekomme, wenn ich den Put nach unten oder weiter in die Zukunft rolle. Nach unten wäre bei 62,50 USD der nächste Strike, aber die Prämien dafür waren nicht wirklich gut. Zumindest nicht gut genug. Wahrscheinlich waren die meisten Marktteilnehmer meiner Meinung und ebenfalls davon überzeugt, dass MO mehr wert ist, als der aktuelle Kurs ausdrückte.

Also schaute ich nach dem nächsten Verfallstag und wählte dafür den 20. Oktober. Hier bekam ich zumindest Prämien, die meine Ausgaben vom Rückkauf inkl. Gebühren decken würden. Ein weiter Runterrollen war jedoch nicht möglich, ohne im Verlust zu Enden. Ich entschied mich also für den gleichen Strike von 65,- USD, wie beim ersten Trade, denn ich selbst war immer noch von meiner Anfangsthese überzeugt.

Ich verkaufte somit einen neuen Put zum Strike zu 65,- USD und zum 20. Oktober (MO 20OCT17 65.0 P) und bekam dafür eine Prämie von 350,- USD.

Erfolgreicher Abschluss bereits nach 14 Tagen!

Erfreulicherweise erfüllte sich dann meine anfängliche Erwartung recht schnell. Mein erster Trade hatte also nur einen falschen Parameter in der Annahme. Und zwar die Zeit, die es braucht, um den Kurs wieder steigen zu lassen und die Vola zu senken.

Es dauerte dann noch genau 14 Tage, bevor die Option mit 50% Gewinn (auf die originale Prämie aus dem ersten Trade von 214,- USD gerechnet) automatisch geschlossen wurde. Ich zahlte 103,- USD dafür und mir verblieben somit zum Abschluss 240,- USD (203,51 EUR) auf dem Konto.

Diese 240,- USD abzgl. der 140,- USD aus dem Rückkauf ergeben einen Gewinn von genau 100,- USD (86,52 EUR) über einen Zeitraum von knapp 60 Tagen bzw. 2 Monaten. Die Rendite beträgt somit ca. 1,5% bzw. theoretische 18,5% aufs Jahr.

Fun Facts: Hätte ich nur den letzten Trade gemacht, wäre dies eine Rendite von 3,7% auf nur 16 Tage bzw. theoretischen 84,2% aufs Jahr!

Für einen Trade, der drohte im Verlust zu enden, nicht schlecht, oder?

Dies ist ein sehr gutes Beispiel, wie man Optionen in der Praxis adjustieren kann, um das Ergebnis bestmöglich in die positive Richtung zu drehen. Das ist eine der Facetten am Optionshandel, die ich einfach nur toll finde.

Somit konnte ich den September noch recht versöhnlich abschließen.

Im September 2017 betrug mein Cashflow mit Optionen 191,18 EUR!

Hier die Auflistung der Prämien:

  • Trade :: Closed :: Amount
  • Realty Income Corporation :: O 20OCT17 55.0 P :: 06.09.2017 :: 33,57 EUR
  • Paypal Holdings Inc. :: PYPL 20OCT17 57.5 P :: 11.09.2017 :: 53,54 EUR
  • Altria Group :: MO 20OCT17 65.0 P :: 28.09.2017 :: 203,51 EUR
  • Walt Disney Company :: DIS 20OCT17 90.0 P :: 13.09.2017 :: 17,55 EUR

Rückkäufe:

  • Altria Group :: MO 15SEP17 65.0 P :: 12.09.2017 :: -116,99 EUR

Diesen Monat gab es keine Dividendenausschüttungen im Optionsdepot.

Daraus ergibt sich folgende Zusammenfassung:

  • Einnahmen im September 2017: 191,18 EUR
  • Einnahmen im September 2016: n/a
  • Jahr-zu-Jahr Steigerung (YoY, Year over year): n/a
  • 2017er Prämien bis jetzt (YTD, Year to date): 1.929,82 EUR (214,42 EUR/Monat)

Noch kann ich keinen Jahresvergleich machen, da ich mit dem Optionshandel erst im Dezember 2016 begonnen habe.

Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und habe 191,- EUR mehr auf meinem Konto.

Was waren die Erkenntnisse (Learnings) aus dem September?

Wie bereits weiter oben angemerkt, meine anfängliche These zu MO war richtig. Es dauerte halt nur etwas länger, bis der Markt meiner Erwartung nachkam. Glück? Nein, das glaube ich nicht. Der Kurseinbruch Ende Juli bei MO aufgrund der FDA Meldung war übertrieben. Davon war und bin ich immer noch überzeugt.

Somit muss man manchmal eben etwas länger warten und alles wird gut.

Das tolle an Optionen ist dabei, dass ich den Trade später immer noch beeinflussen kann. Kein Hop oder Top wie bei den meisten Derivaten. Optionen sind cool und das Rollen von Optionen eine tolle Strategie zur Minimierung von Verlusten. Und wer keine oder kaum Verluste macht, der kommt zwangsläufig auf der Gewinnerseite raus 🙂 …

Frage an die Community: Wie sind eure Erfahrungen beim Adjustieren von Optionen, speziell dem Rollen?

Zum Abschluss noch ein Blick auf die 2017er Gesamtübersicht der abgeschlossenen Trades:

Geschlossene Optionen Chart - Cashflow mit Optionen

Geschlossene Optionen Tabelle - Cashflow mit Optionen

Hinweis: Ich führe Aktienkäufe und Verkäufe in der Übersicht mit auf, wenn sie durch Ausübung ausgelöst wurden bzw. wenn ich eine Aktienposition später glatt stelle. Damit sollte der gesamte Cashflow mit Optionen abgebildet sein.

Die gesamte Ladung an Zahlen, Daten und Fakten gibt es wie üblich in der Übersicht vom Optionsdepot.

Ich werde weitere Einzahlungen im Verlauf des Jahres vornehmen, um das Optionsdepot mit bisher bereitgestellten 12.000,- EUR auf möglichst 20.000,- EUR zeitnah zu erhöhen. Damit kann ich dann ein paar Cash Secured Puts mehr verkaufen und den Cashflow mit Optionen weiter steigern. Das ist zumindest der Plan. Schauen wir mal, wo es mich hinführt.

 

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6 Comments
    1. Hi Michael,

      danke fürs Vorbeischauen und die Glückwünsche 🙂 … wie sind deine Erfahrungen eigentlich mit dem Rollen von Optionen? Positiv oder eher negativ?

      CU Ingo.

      1. Ich habe mit dem Rollen bis jetzt sehr gute Erfahrungen gemacht. Möchte nicht darauf verzichten. Auch wenn ich den Verlust nicht immer ganz ausgleichen kann, so kann ich ihn großteils reduzieren.

        Lg Michael

  1. Hey Ingo,

    da warst du mutiger mit deiner Adjustierung mit MO.
    Habe nämlich neben der Verlängerung der Verfallszeit zusätzlich noch den Strike reduziert auf 61$. Da waren dann auch die Prämieneinnahmen nicht mehr so toll. Naja, ich bin mit knapp 50$ Verlust insgesamt rausgekommen aus dem MO-Trade. Kann ich mit leben.

    Gruß,
    Emanuel

    1. Hi Emanuel!

      Danke für dieses Feedback und Schade, dass es bei dir dann doch im Minus gelandet ist. Aber immerhin Verlust begrenzt.

      Würde mich interessieren, ob du dich verkalkuliert hattest beim zweiten Trade oder hattest du dann Zweifel an deiner Anfangsthese?

      Egal, beim nächsten Mal läuft’s besser. Mit jedem Trade sammelt man Erfahrung und mehr Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen. Deswegen möchte ich ja die Leute animieren, sehr schnell mal 2-3 Optionen in der Praxis zu verkaufen. Da lernt man mehr, als das dritte oder vierte Buch zu lesen.

      CU Ingo.

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