Optionshandel ABC: Optionen schreiben in der Praxis

Optionshandel ABC: Optionen schreiben in der Praxis

Im achten und letzten Teil der Artikelserie Optionshandel ABC geht es heute nur noch um ein letztes wichtiges Detail, wie funktioniert das Optionen schreiben eigentlich in der Praxis? Wie wähle ich den passenden Strike? Wie die richtige Laufzeit? Wo finde ich diese Informationen und wo gebe ich was genau ein? Alles das erfahrt ihr heute in diesem Artikel.

Die Artikelserie Optionshandel ABC ist für den Anfänger und Interessierten gedacht, der gern in den Optionshandel einsteigen würde, aber nicht so recht weiß, wo fange ich überhaupt an. Ich versuche hiermit einen möglichst aufs Wesentliche reduzierten Weg aufzuzeigen, um zeitnah seinen ersten Trade zu platzieren.

Ich bin nämlich ein Fan von Learning By Doing!

Der grobe Fahrplan könnte so ausschauen:

Der nachfolgende Artikel wird gleichzeitig der Abschluss der Artikelserie sein. Im Nachgang wird es sicher noch den ein oder anderen separaten Folgeartikel als Ergänzung geben. So habe ich bereits fest geplant, einmal mein Setup in der Trader Workstation (TWS) vorzustellen und zu zeigen, wie man sich dieses genauso einrichtet.

Da wir gerade über die TWS sprechen, alles was ihr gleich lesen werdet bezieht sich auf die TWS. Diese Software wird euch bei den von mir vorgestellten Brokern, die auf der Technik von Interactive Brokers (IB) aufsetzen, kostenlos zur Verfügung gestellt und läuft auf Windows, Mac OS und sogar Linux, wenn Java installiert ist.

Es gibt einige Alternativen, z. b. einen Webtrader, der direkt im Browser läuft oder die TWS Apps für Android oder iOS. Jedoch lasse ich diese heute außen vor, damit es nicht zu kompliziert wird. Wer sich etwas mit den Alternativen beschäftigt, wird meine Ausführungen sicher auch dort umsetzen können. Im Zweifel lasst uns in den Kommentaren eure Fragen klären.

Zurück zu den Folgeartikeln, zu den anderen geplanten Artikeln kann ich aktuell nicht viel sagen. Auch nicht zu den möglichen Zeiträumen, wann ich dazu etwas veröffentlichen werde. Es schwirren aktuell so viele Ideen im Kopf herum, dass ich mir erst mal einen Plan machen muss. Wünsche, Anregungen und Feedback dazu auch gern in den Kommentaren. Danke vorab!

Okay lass uns loslegen. Der TWS Desktop!

Ich kann euch eines versprechen, wenn ihr die TWS zum ersten Mal startet, wird der Anblick euch erschlagen. Aber nicht gleich aufgeben. Das bekommt ihr hin. Hab ich ja auch geschafft irgendwie 🙂 !

Mein aktueller TWS Desktop schaut so aus:

TWS Auswahl von Sketchers (SKX) - Optionen schreiben

Ich selbst benutze die modernere Mosaic Ansicht und nicht die Classic Trading Ansicht. Deswegen bezieht sich alles Nachfolgende auf diese Ansicht. Umschalten kannst du ganz unten links und dort kannst du dir auch mehrere Desktops anlegen, falls du dies benötigst.

Leg dir einfach mal jetzt direkt einen neuen Desktop an.

Beachte die Hinweise, die dir die Software gibt und füge folgende Ansichten hinzu:

  • Ordereingabe
  • Portfolio
  • Ordermanagement mit Orders und Ausführung
  • Chart
  • Implizierte Volatilität (unter Optionsanalyse -> Vola im Zeitverlauf)
  • Kursnotierungsdetails

Das reicht für den Anfang. Die TWS hat darüber hinaus noch massig weitere Funktionen, die ihr später erforschen könnt.

Stelle aber jetzt für die hinzugefügten Ansichten/Fenster sicher, dass alle miteinander verknüpft sind. Das erkennst du daran, dass alle Fenster das Kettensymbol oben rechts haben und dieses sollte bei allen die gleiche Farbe haben. Welche Farbe ist egal, Hauptsache alle sind gleich. Das bewirkt nämlich, dass ein Klick im Portfolio auf eine Aktie z. b. auch den Chart im Chart-Fenster analog dazu mit ändert. Alle Fenster arbeiten damit sozusagen synchron.

Tipp: Über das Portfolio-Fenster kannst du auch mit Klick auf das kleine Plus weitere Watchlists etc. hinzufügen. Ich habe mir so z. b. mein komplettes Comdirect Depot in einem extra Tab aufgelistet und in einem weiteren Tab meine Watchlist angelegt. Ihr solltet euch hier ebenfalls eure Watchlist anlegen.

Damit habt ihr erst einmal das Grundset, mit dem man Optionen suchen, auswählen und die Optionen schreiben, sprich also den Trade platzieren kann.

Wo finde ich die Optionen?

Zuerst benötigt ihr natürlich das sogenanntes Underlying (den Basiswert), auf den ihr eure Optionen schreiben wollt. In unserem Fall werden das ausschließlich Aktien sein, wir wollen ja nur Aktienoptionen verkaufen.

Habt ihr eure Watchlist bereit? Dann sucht euch jetzt eine Aktie aus, die in eurem Preisrahmen liegt. Zur Erinnerung, Optionen werden immer im 100er Pack gehandelt. Habt ihr also 5.000,- EUR auf dem Konto, was beim Kurs von aktuell 1,185 EUR -> USD ziemlich genau 5.925,- USD sind, dann sollte eure Aktie nicht teurer als 60,- USD sein.

Tipp: Wenn ihr keine Preise seht, dann seht ihr aber Buttons mit Abonnieren und Verzögert eingeblendet, richtig? Klickt einfach auf Verzögert und ihr bekommt die Preise angezeigt. Keine Echtzeitdaten, aber das spielt für unseren Optionshandel keine große Rolle und das Geld könnt ihr euch zumindest am Anfang sparen. Ich benutze auch die verzögerten Daten.

Macht euch beim ersten Optionen schreiben, also eurem ersten Trade, keine großen Gedanken. Stellt nur sicher, dass es eine Aktie ist, die ihr auch so kaufen würdet und mit der ihr im Depot in der Nacht ruhig schlafen könnt. Dann kann der erste Trade auch gern schief gehen, sprich zur Ausübung kommen und die Welt geht nicht gleich unter.

Das alles gehört zum Lernprozess und in der Praxis lernt sich das alles viel schneller, als in der puren Theorie. Ganz zum Schluss des Artikels gebe ich noch ein paar grobe Tipps zur Auswahl des Basiswertes.

Klickt jetzt einmal auf das Stock Symbol in der Watchlist, so dass die Aktie markiert ist. Seht ihr, wie sich alle Fenster anpassen und jetzt die Daten, z. b. das Chart oder die implizierte Volatilität, zur ausgewählten Aktie anzeigen?

Hier bei mir im Screenshot anhand von Skechers (SKX):

TWS Auswahl von Sketchers (SKX) - Optionen schreiben

Im Fenster für die Ordereingabe seht ihr mittig oben den Kaufs- und Verkaufspreis und rechts daneben den Button Optionskette. Da wollen wir hin.

Klickt einfach mal darauf und ihr seht in einem neuen Fenster die Optionspreise für die einzelnen Strikes (Basispreise) und Expiration Days (Verfallstage).

Hier im Beispiel in der Registeransicht (kann man rechts oben auswählen) und dem 20. Oktober 2017 als Verfallstag (den kann man dann auf der linken Seite wählen) ausgewählt:

TWS Optionskette von Sketchers (SKX) - Optionen schreiben

Die Optionskette (Option Chain) ist mit die wichtigste Ansicht für den Optionshandel, denn hier habt ihr die meisten Kennzahlen im Blick, die ihr fürs Optionen schreiben benötigt.

In der Mitte ganz prominent die einzelnen Strikes, die man handeln kann. Im Fall von SKX geht es von 20,50 USD bis 29,50 USD. Der aktuelle Preis liegt bei 24,97 USD. Die dunkelblaue Farbe symbolisiert dabei Preise, die innerhalb einer Standard Deviation (Standardabweichung) vom Kurs liegen. Die Hellblauen liegen darüber.

Dies ist ein guter Anhaltspunkt, da die meisten Optionsverkäufer beim Optionen schreiben auf mindestens eine Standardabweichung Abstand zum aktuellen Kurs achten.

Auf der rechten Seite findet ihr die Put Optionen und auf der linken Seite die Call Optionen.

Der Aufbau der Spalten ist für beide gleich und beinhaltet in der Standardansicht (von links nach rechts):

  • Die implizierte Volatilität der Option (wenn ihr kein Abo habt steht da n/a)
  • Die Anzahl der offenen Optionspositionen am Markt, auch genannt Open Interests
  • Das Handelsvolumen des Tages, ein wichtiger Indikator für die Liquidität
  • Das Geldkursvolumen, Indikator der Nachfrage am Markt
  • Der Geldkurs (Bid), sprich der maximale Preis, den jemand bereit ist zu zahlen
  • Der Briefkurs (Ask), sprich der minimale Preis, den der Optionsverkäufer haben möchte
  • Das Briefkursvolumen, Indikator der Angebote am Markt

Dies ist, wie bereits angemerkt wurde, die Standardansicht und diese kann von euch frei konfiguriert werden, wenn ihr das wünscht. Ich selbst komme bis jetzt gut damit zu recht.

Tipp: Beim Volumen handelt es sich um Kontrakte und nicht um Aktien. Sprich der Wert ist bereits durch 100 geteilt wurden. Am Beispiel vom 25er Strike auf der Call Seite, also links, die 17 bedeutet nicht, dass es nur 17 Aktien am Markt gibt, sondern es sind 1.700. Die 17 steht wie gesagt für Optionen/Kontrakte.

Anhand der lila Einfärbung, auf der Put Seite rechts vom 25er Strike rauf bis zum 29,50er Strike und auf der Call Seite vom 25er Strike runter bis zum 20,50er Strike, lässt sich auch sehr einfach ablesen, ob ein Strike schon In The Money (Im Geld) ist oder nicht. Ist eine Option Im Geld, dann heißt das einfach nur, dass beim Call der gewählte Strike bereits unter dem aktuellen Kurs liegt. Beim Put ist das Gegenteil der Fall ist, der gewählte Strike liegt bereits über dem aktuellen Kurs.

Beides möchtest du im Normalfall ja nicht, also achte bitte darauf. Diese farbliche Markierung hilft dir dabei, dich zu orientieren.

Ich platziere meinen ersten Trade!

Wir sind soweit, oder? Legen wir los.

 Hinweis: Mache den Trade nicht einfach nach. Dies ist keine Empfehlung und das nachfolgende Beispiel ist genau das, nur ein Beispiel. 

Ich möchte einen Put auf SKX verkaufen und dafür die Prämie einnehmen.

In der Optionskette habe ich den 20. Oktober gewählt, also eine sehr kurze Laufzeit von nur 23 Tagen. In der Regel gehe ich auf 30-45 Tage. Manchmal darüber, selten darunter.

Der aktuelle Kurs liegt bei knapp 25,- USD. Eine Standardabweichung nach unten beim Strike von 22,- USD bekomme ich aktuell eine Prämie von 0,25 bis 0,40 Cents. Mit 100 multipliziert wären das also 25,- USD bis 40,- USD.

Bei einem Strike von 22,- USD sind insgesamt 2.200,- USD an Kapital notwendig, um den Trade abzusichern. Wir wollen ja unseren Put als Cash Secure Put verkaufen, richtig?

Damit ergibt sich eine mögliche Rendite von 1,14% bis 1,82% abzgl. Gebühren. Die Gebühren schlagen bei solch kleinen Preisen natürlich heftig rein, aber auch das sollte dich am Anfang nicht davon abhalten, es lieber zuerst mit kleinen Werten zu probieren, anstatt gleich mit den Großen. Du kannst später deine Rendite optimieren.

Fun Facts: Aufs Jahr wäre dies übrigens eine Rendite von 18,1% bis 28,9%. Klar eine Milchmädchenrechnung, weil dazu müsstest du jederzeit eine Option am Markt verkauft haben und es dürfte nie gegen dich laufen. Trotzdem interessant, oder?

Bei einem Strike von 22,- USD hast du einen Sicherheitspuffer von ca. 13,6%. Der Kurs könnte also um 13% fallen und du wärest immer noch im Ziel.

Wenn du bereits bist, diesen Sicherheitspuffer zu reduzieren, kannst du logischerweise deine Rendite steigern. Die typische Risiko <-> Rendite Beziehung.

Bei einem Strike von 23,- USD hättest du nur noch einen Sicherheitspuffer von ca. 8,7%, deine Rendite steigt aber auf 2,17% bis 2,61%. Du bekommst nämlich jetzt 0,55 bis 0,60 Cents respektive 55,- USD bis 60,- USD Prämie bei einem Kapitaleinsatz von 2.300,- USD.

Es ist also jetzt eine Abwägung, wie viel Risiko du bereit bist zu gehen. Je näher am Strike, desto höher die Prämie, desto höher das Risiko. Ganz einfach.

Für den Beginn würde ich dir empfehlen, bei einer Standardabweichung zu bleiben.

Ich wähle also den 22,- Strike und wir machen einen Rechtsklick auf den Brief- oder Geldkurs und wählen den roten Sell Button:

TWS Ordereingabe öffnen für 22er Put auf SKX - Optionen schreiben

Die TWS springt dann zur Ordereingabe mit dem 22er Put auf SKX und Sell, also Verkaufen, ist voreingestellt:

TWS Ordereingabe mit 22er Put auf SKX - Optionen schreiben

An der roten Farbe erkennt man auch einfach, dass es sich um eine Verkaufsorder handelt. Eine Kauforder hätte die Farbe Blau. Wenn du nichts ausgewählt hast, dann bleibt der Hintergrund in der Standardfarbe.

Anmerkung: Was man im Screenshot noch erkennen kann, der Geldkurs ist in der Zwischenzeit von 0,25 Cents auf 0,30 Cents gestiegen. Das heißt, es gab jetzt schon Käufer für diesen Put, die bereit waren 0,30 Cents zu bezahlen, anstatt nur 0,25 Cents. Gut für uns!

Jetzt müssen wir in der Ordereingabe mehrere Dinge festlegen:

1.) Wie viele Kontrakte, sprich Optionen wollen wir verkaufen?

Ich lasse die Voreinstellung von 1 unangetastet, ich möchte eine Option verkaufen.

2.) Geben wir ein Limit für den Preis vor oder akzeptieren wir jeden Preis am Markt?

Ich lasse die Voreinstellung auf LMT, also eine Order mit Limit. Meiner Meinung nach sollte man immer mit einem Limit arbeiten, um keine bösen Überraschungen zu erleben. So garantierst du, deinen Preis auch zu bekommen mit dem Nachteil, dass du evtl. auch gar nicht zum Zug kommst. Das ist aber auf jeden Fall besser, als plötzlich viel zu billig verkauft zu haben. Und dies kann bei wenig liquiden Optionen, wie z. b. hier bei SKX, schnell passieren.

3.) Wenn wir ein Limit vorgeben, für welchen Preis sind wir bereit, das Risiko zu übernehmen?

Ich muss mich nun auf die gewünschte Prämie festlegen und diese sollte in unserem Beispiel logischerweise zwischen 0,30 Cents und 0,40 Cents liegen. Klar kann man auch über die 0,40 Cents gehen und ich halte dies für völlig legitim, wenn man das Risiko höher einschätzt und dementsprechend entlohnt werden möchte. Bedenke jedoch, du bist nicht allein am Markt und solange es günstigere Angebote gibt, wirst du nicht zum Zug kommen. Ich wähle 0,37 Cents als Limitkurs aus.

4.) Wie lange soll unsere Order am Markt offen bleiben?

Ich möchte die Order nur heute am Markt haben und wähle deswegen Day aus. Möchte ich dagegen die Order am Markt haben, bis diese ausgeführt wird, dann wähle ich GTC aus. Dies steht für Good Till Canceled und die Order wird entweder ausgeführt oder durch andere Bedingungen abgebrochen, z. b. der Verfallstag ist vorbei ohne das es zur Ausübung kam.

Am Anfang empfehle ich dir, stelle die Order nur für einen Tag ein und beschäftige dich bei Nichtausführung lieber jeden Tag neu damit. So lernst du schneller, welche Rahmenbedingungen sich so von Tag zu Tag ändern. Du kannst deine Order dann immer direkt darauf anpassen, falls nötig. 

Man kann darüber hinaus noch andere Dinge definieren (über den Advanced Button), das interessiert uns aber jetzt nicht. Und ehrlich? Ich hab noch keine dieser zusätzlichen Einstellungen genutzt und komme gut ohne klar.

Zum Abschluss der Ordereingabe klicken wir auf Übermitteln und kommen zur Order Bestätigung:

TWS Order Freigabe mit 22er Put auf SKX - Optionen schreiben

Anmerkung: Der aufmerksame Leser hat bereits gesehen, der Geld- und Briefkurs hat sich erneut geändert und zwar jetzt auf 0,20 Cents respektive 0,45 Cents. Das ist ein sehr großer Spread (Differenz) und ist üblich bei wenig liquiden Optionen. Genauso die ständigen Sprünge im Geld- und Briefkurs. Deswegen bitte Aufpassen! Am Schluss des Artikels gibt es dazu etwas in den Tipps.

Wir sehen, bei einer Prämie von 0,37 Cents nehme ich 37,- USD abzgl. 3,50 USD Gebühr ein, also in Endsumme 33,50 USD.

Die Mitteilung in der Order Bestätigung ignorieren wir. Wir wissen ja selbst, dass wir keine Echtzeitdaten haben.

Ich bestätige die Order mit einem Klick auf Überschreiben und Übermitteln und sehe diese dann im Fenster Aktivität im Tab Orders gelistet:

TWS 22er Put Order auf SKX gelistet in Aktivität - Optionen schreiben

Das lila Fähnchen am Beginn der Zeile bedeutet, die Order wurde angenommen, jedoch erst für den nächsten Werktag. Dies passiert, wenn du die Order z. b. außerhalb der Börsenöffnungszeiten einstellst. Machst du es, während die Börsen geöffnet sind, dann wird dieses Fähnchen die Farbe Grün haben.

Nun steht deine Order im Orderbuch und es heißt warten, ob diese zum gewünschten Limitkurs ausgeführt wird oder nicht. Nach der Ausführung kannst du diese noch im Tab Ausführungen sehen.

Du kannst jetzt übrigens jederzeit direkt in diesem Fenster im Tab Orders die Parameter der Order anpassen, ohne den gesamten Orderprozess neu durchlaufen zu müssen. Sehr praktisch.

So könntest du zum Beispiel den Limitkurs nach unten oder oben anpassen. Eine Anpassung nach unten wäre z. b. opportun, wenn deine Order länger nicht ausgeführt wird, du aber bereit bist, auch für weniger Prämie den Trade zu machen.

Cool! Meine erste Option wurde verkauft und nun?

Sollte deine Order ausgeführt worden sein, dann findest du die verkaufte Option ab jetzt im Fenster Monitor unter dem Tab Portfolio gelistet:

TWS Portfolio Übersicht - Optionen schreiben

Im Screenshot siehst du bei mir, dass ich aktuell 3 Optionen verkauft habe. Zwei Puts auf SKX zum Strike zu 22,50 USD und 23,00 USD und einen Call auf Starbucks (SBUX) zum Strike zu 57,50 USD. Alle laufen am 20. Oktober aus.

Dazu habe ich 100 Stück SBUX im Depot, 200 Stück Omega Healthcare Investors (OHI) und 100 Stück Vereit (VER). Alle wurden mir über die Zeit, durch Ausübung von verkauften Optionen, eingebucht.

Im Gegensatz zu SBUX habe ich auf OHI und VER aktuell keine Calls laufen, da es momentan zu wenig Prämie gibt. Stattdessen warte ich lieber auf eine anziehende Volatilität, beobachte den Markt und in der Zwischenzeit kassiere ich die Dividende von ca. 8% bei OHI und ca. 6,5% bei VER.

Es ist immer eine Abwägung von Rendite und Risiko. Keine gute Prämie gleich keine gute Rendite gleich kein unnötiges Risiko gehen. Easy!

So weit, so gut.

Jetzt könnte ich abwarten, bis der Verfallstag kommt. Ich könnte die gesamte Prämie vereinnahmen und dann neue Optionen schreiben.

Es gibt in meinen Augen aber einen besseren Weg. Mit weniger Risiko und nur sehr geringfügig beeinträchtigter Marge (Gewinn), wenn überhaupt.

Wir kaufen die Option vorzeitig bei 50% Gewinn zurück!

Und zwar idealerweise innerhalb der ersten 50% der Laufzeit. Sprich wir haben einen Verfallstag in 30 Tagen gewählt, so wollen wir die Option innerhalb der ersten 15 Tage zu 50% des Gewinns zurückkaufen.

Dies hat den riesigen Vorteil, dass du dem Risiko einer Ausübung im späteren Verlauf komplett entgehst. Einziger Nachteil, du musst öfters Traden, um auf den gleichen absoluten Betrag in USD oder EUR zu kommen und hier spielen dann ggf. die Gebühren eine Rolle. Mehr Trades heißt mehr Gebühren, logisch.

Aber meiner Meinung nach ist der Vorteil dies um ein Vielfaches wert. Nichts ist ärgerlicher als ausgeübt zu werden, weil der Kurs zum Ende plötzlich gegen einen lief, wo man vorher den Trade mit 50% Gewinn hätte schließen können.

Ich habe dies am Anfang 2-3 Mal erlebt und meine Lektion gelernt.

Das Gute beim Zurückkaufen, du kannst die Verkaufsorder vorab in die TWS einstellen und dann ganz emotionslos der Software alles weitere überlassen.

Wähle dazu einfach mit Rechtsklick im Fenster Monitor im Tab Portfolio die Option, für die du deine 50% Verkaufsorder einstellen möchtest und klicke dann auf den Close Button:

TWS Das Schliessen eines Trades - Optionen schreiben

Jetzt springt die TWS wieder zur Ordereingabe und der blaue Hintergrund zeigt dir gleich, dass wir diesmal eine Option Kaufen:

TWS Ordereingabe mit 23er Put auf SKX - Optionen schreiben

Du musst jetzt die Eingaben von oben wiederholen. In meinem Beispiel ist dies Menge 1, eine Limitorder mit dem Limit 0,23 Cents und als GTC. Sprich die Order bleibt am Markt, bis sie ausgeführt wird oder verfällt.

Wie komme ich auf 0,23 Cents?

Ich hatte den 23er Put für 53,- USD verkauft. Abzgl. 3,50 Gebühren bleiben mir 49,50 USD. Beim Verkauf fallen nochmals Gebühren an. Um also auf 50% Gewinn zu kommen, ziehe ich die zweiten 3,50 USD von den 49,50 USD ab und teile durch 2. Viola, 23,- USD respektive 0,23 Cents.

Mit einem Klick auf Übermitteln landest du wieder in der Order Bestätigung. Überprüfe deine Eingaben und schick dann die Order ab, wie oben bereits gezeigt.

Du findest diese dann wieder im Fenster Aktivität im Tab Orders und könntest sie dort später beliebig modifizieren:

TWS Order eingestellt zum Zurückkaufen der Option auf SKX - Optionen schreiben

Diese Order bleibt jetzt solange am Markt, bis sie ausgeführt wird oder der Verfallstag diese ungültig macht. Es bleibt allein dir überlassen, ob du sie solange stehen lässt oder nicht.

Ich selbst prüfe die Order nach Ablauf der 50% Frist, in dem Beispiel mit 30 Tagen also nach ca. 15 Tagen. Dann entscheide ich, ob es so stehen bleibt oder Anpassungen gemacht werden.

Du siehst, wir sind schon wieder beim Thema Risiko <-> Rendite. Wenn du dich mit dem Optionshandel beschäftigst, wird dich diese Frage bzw. Abwägung ab jetzt ständig begleiten. Aber keine Angst, man gewöhnt sich daran 🙂 …

Unglaublich, aber wir haben es getan!

Glückwunsch! Du hast deine erste Option verkauft und bereits die erste und einfachste Vorkehrung getroffen, um zeitnah den Gewinn final einzustreichen.

Tipp: Rechne den Gewinn erst richtig an, wenn die Position geschlossen wurde. Vorher kann noch alles Mögliche passieren. Erst nach dem Schliessen und Zurückkaufen oder nach dem Verfallstag ist der Trade hoffentlich erfolgreich abgeschlossen.

Ich denke, du hast jetzt die wichtigsten Dinge an der Hand, um mit ein paar einfachen Trades, etwas Praxiswissen aufzubauen. Praxiswissen ist der Theorie in meinen Augen immer vorzuziehen und man lernt einfach schneller und effektiver, wenn man die Theorie immer sehr zeitnah in der Praxis testet.

Wir sind alle Wissens-Riesen, aber Umsetzungs-Zwerge!

Also probier dich aus. Trau dich. Aller Anfang ist schwer, aber eine Reise beginnt immer mit dem ersten Schritt. Es ist Zeit, dass du diesen jetzt machst. Viel Glück!

Okay ein paar Tipps hab ich noch!

Tipp 1: Achte auf den Spread und auf das gehandelte Volumen. Sprich wie liquide, wie oft wird eine Aktie oder Option gehandelt. Halte dich grundsätzlich an möglichst liquide Positionen mit kleinen Spreads.

Tipp 2: Grad am Anfang, lass dich ruhig ausüben, falls es gegen dich läuft. Dann kannst du nämlich gleich die andere Seite kennen lernen und Calls auf deine eingebuchten Aktien verkaufen. Ich hoffe du bist meinem Rat gefolgt und hast das Optionen schreiben auf Aktien getan, die du auch so gern im Depot hättest und für den Preis kaufen würdest, oder? Dann kannst du ja auch nach der Einbuchung noch ruhig schlafen 🙂 …

Tipp 3: Aber Tipp 2 sollte dich nicht davon abhalten, auch einmal einen Trade zu rollen, wenn dir das lieber ist und evtl. in der Situation logischer erscheint. Deine Entscheidung. Wenn du rollst, dann nimm dir Zeit und prüfe sowohl den Rückkauf, als auch den neuen Verkauf gut und ausführlich. Werde erst dann aktiv und tätige beide Trades zeitnah hintereinander.

Tipp 4: Prüfe vorab, ob für dein ausgewähltes Unternehmen in nächster Zeit Quartalszahlen (Earnings) anstehen. Vermeide die Earnings am Anfang komplett. Die Vola explodiert zu der Zeit gern mal und dir könnten die Optionen um die Ohren fliegen. Heb dir das für später auf, wenn du etwas Erfahrung hast. Auf earningswhispers.com oder Nasdaq.com findest du die entsprechenden Infos, wann bei wem Earnings anstehen.

Tipp 5: Prüfe vorab, ob dein ausgewähltes Unternehmen in nächster Zeit Ex-Dividende geht und kalkuliere dies in deine Erwartung mit ein. Du kannst auch explizit den Verfallstag danach ausrichten, um z. b. bei Ausübung noch an der Dividende zu partizipieren. Eine üppige Dividende gibt manchmal den Ausschlag für die Ausübung und gegen das Rollen. Auf Nasdaq.com findest du die entsprechenden Infos, wann bei wem die Ex-Dividende ansteht.

Tipp 6: Benutze Charts und schau, was markante Marken sind und wähle dort deinen Strike. Wenn du dich noch nicht mit Charts beschäftigt hast, lerne zumindest sie zu Lesen und konzentriere dich auf 2 Sachen: Trends erkennen und Unterstützung bzw. Widerstandsbereiche zu identifizieren. Das wird dir helfen, deinem Bauchgefühl etwas Unterstützung zu geben, wenn es um die Auswahl des richtigen Strikes geht.

Tipp 7: Ändere nicht zu häufig die Limits der Order, nach dem diese eingestellt wurde. Das kostet nämlich eine kleine Gebühr (wenige Cents, aber immerhin), wenn der Trade nicht zustande kommt. Es sollte dich aber nicht hindern, die Funktion zu nutzen. Behalte es nur im Hinterkopf.

Tipp 8: Die TWS ist ein Profi Tool. Sei vorsichtig. Nicht immer ist sofort klar, was sich hinter welcher Funktion versteckt und Käufe oder Verkäufe sind schnell mal ausgelöst, ohne das man dies wollte. Klicke nicht einfach so rum, es ist nämlich keine Kindersicherung eingebaut 🙂 …

Tipp 9: Achte auf deine Margin! Dein Mindesteinschuss sollte maximal 50% deiner Netto Liquidität betragen. Du findest die Angaben im Fenster Monitor im Tab Portfolio und dann ein Klick auf Konto. Damit solltest du auch bei starken Marktbewegungen gegen dich relativ sicher sein. Eine absolute Sicherheit gibt es nie oder du nutzt einfach gar keine Margin.

Tipp 10: Du kannst die 50% Regel beim Zurückkaufen gern modifizieren. Ich selbst passe meinen Preis entsprechend meines Risikoempfindens pro Option/Aktie/Unternehmen an. So kann es sein, dass ich eine Option mit den 50% bis zum Ende stehen lasse, auch wenn dies bedeutet, kurz vor Verfall nur mit 50% aus dem Trade zu gehen. Einfach weil ich das Risiko als hoch einschätze. Bei anderen passe ich die 50% nach Ablauf der ersten 50% Laufzeit evtl. an und mache daraus 75%. Sprich ich möchte 75% Gewinn einstreichen beim Zurückkaufen und gebe dem Trade aber auch 75% an Zeit. Bei dem Beispiel oben von 30 Tagen also dann nicht nur 15 Tage, sondern 21 Tage. In dem Fall einfach, weil ich den Trade evtl. als weniger Risikobehaftet einstufe.

Vieles ist Erfahrung und kommt mit der Zeit. Lass dich also nicht entmutigen.

Und eine allerletzte Anmerkung in eigener Sache, wenn dir die Artikelserie Optionshandel ABC gefallen hat und du dich bedanken möchtest, dann bitte ich dich, entweder bei Kontoeröffnung bei Banxbroker*, Captrader* oder Lynx*, dies über meine Links zu machen, oder deinen nächsten Amazon Einkauf über diesen Link* zu starten.

Ich bekomme dann nämlich eine kleine Provision als Belohnung für meine Zeit, die ich hier investiert habe und für euch ändert sich gar nichts. Die Preise sind exakt die gleichen wie immer.

Ich bedanke mich vorab bei euch allen, die mir so auf diese Art und Weise helfen. Natürlich wäre es auch toll, wenn ihr den Blog weiterempfehlen würdet. Danke Danke Danke 🙂 ! 

Und jetzt keine Ausreden mehr: Just do it!

 

Danke fürs Lesen und wenn dir der Artikel gefallen hat, hinterlasse mir doch bitte eine Nachricht und teile den Artikel mit deinen Freunden auf Facebook oder in deinem Lieblingsforum. Danke!

 

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13 Comments
  1. Moin Ingo,
    klasse Artikel für die Situation, in der ich grad bin.
    Habe meine ersten 2 Optionen über den Webtrader verkauft.
    Die TWS hab ich nach dem ersten Öffnen gleich wieder gschlossen 😛

    Mit dieser tollen Anleitung werde ich mich noch mal damit beschäftigen. Da gibt es ja ungeahnte Möglichkeiten 🙂

    Danke auch für die vielen tollen Tipps. Zumindest für Leute, die überhaupt keinen (Options)Plan haben, wie ich ist das ne super Sache.

    Ich sage danke und schau mal wie es damit bei mir weitergeht.

    Dir natürlich auch weiterhin viel Erfolg!

    Beste Grüße
    Vincent

    1. Hi Vincent,

      danke fürs Vorbeischauen und viel Glück beim Optionshandel!

      Mit dem Webtrader bin ich persönlich gar nicht klar gekommen. Irgendwie störte mich, dass ich da ständig hin und her springen musste, um alle Infos zu bekommen und ich hatte es auch nicht hinbekommen, dass man eine zentrale Watchlist hat, die dann auch auf dem Options Tab z. b. gilt.

      Aber auch hier gilt für mich, ich habe mich nicht wirklich damit beschäftigt, da mir die TWS von Anfang an gefallen hat und ich immer schon so eine Software haben wollte. Und hier bekomme ich sie kostenlos dazu. Das ist toll!

      Und schön, dass die Tipps gut ankommen. Denke aus dem ein oder anderen mache ich später mal separate Artikel, da man dort viele nützliche Infos weitergeben kann. Schauen wir mal.

      CU Ingo.

  2. Super beschrieben. Danke! Ich bin Bankkaufmann und empfehle mittlerweile Deine Seite an meine Kunden – leider unter der Hand – weiter, denn ich könnte es selbst nicht besser beschreiben und kann wichtige Kunden wegen unserer Gebühren auch nicht so beraten!

    1. Hi Ludwgi oder Ludwig?

      Danke für deinen Kommentar.

      Wenn du Bankkaufmann bist, bist du ja beim Feind 🙂 … ne ne nur Spaß!!!

      Eine solide Basis plus Hintergrundwissen sind perfekt. Im Nachhinein hätte ich auch lieber etwas im Finanzwesen studiert. Wenn du dann noch offen für die Dinge bist, für die ich z. b. einstehe, dann hast du die perfekte Mischung und wirst sicher was Gutes daraus machen.

      Also mach weiter so und bleib dran. Danke!

      CU Ingo.

  3. Hallo,

    wie machst Du es eigentlich mit dem zurücktauschen der USD Positionen, auch im Hinblick auf die Einkommensteuer ? Hab mal woanders gelesen, dass man möglichst zeitnah die Prämien wieder in EUR tauschen soll, da für die Steuer der EUR Betrag/Umrechnungskurs bei Erhalt der Prämie maßgeblich ist. Da aber beim wechseln auch Gebühren anfallen, macht ein ständiges umtauschen m. E. keinen Sinn.

    1. Hi Stefan,

      ich selbst tausche aktuell nicht hin und her. Ich hatte die ersten 5.000,- EUR vor 5-6 Monaten getauscht und die zweiten 5.000,- EUR dann vor ca. 2 Monaten. Ich tausche diese erst zurück, wenn der Kurs günstig ist und ich einen Währungsgewinn realisieren könnte. Ich habe als Zielmarke unter 1,10 EUR/USD die ersten 5.000,- USD und bei 1,05 EUR/USD die zweiten 5.000,- USD zurück zu tauschen.

      Was die Steuer angeht, dass wird eine extrem schwierige Angelegenheit und je nach Finanzamt funktionieren wohl unterschiedliche Wege. Dazu schreibe ich irgendwann noch einen größeren Artikel auf dem Blog. Interessantes Thema.

      In Kurz mein Verständnis dazu, die Optionsprämien müssen in der Tat dann zum Tageskurs angerechnet werden. Dies kann bedeuten, dass du zur Prämie noch einen Währungsgewinn oder einen Verlust versteuern musst. Achtung, dieser wird mit deinem persönlichen Steuersatz versteuert und nicht pauschal mit den Kapitalerträgen.

      Und das Ganze unabhängig davon, ob du wirklich zurückgetauscht hast oder nicht. Kann also bedeuten, du kannst Steuern zahlen, die evtl. in Echt gar nicht angefallen sind. Aber auch umgekehrt, dir könnten rechnerisch Verluste entstehen, die so nicht wirklich da waren. Was mir noch unklar ist, ob ich diese irgendwie anrechnen kann oder nicht.

      In dem Zusammenhang macht ein direktes Hin- und Hertauschen Sinn, aber wegen der Gebühren nicht. Dann lieber gleich alles in EUR lassen und lieber die (sehr niedrigen) Zinsen zahlen.

      Jetzt klarer? Ich erwarte die Antwort ist Nein 🙂 … wie gesagt, ich werde dazu mal einen größeren Artikel schreiben, um meinen Wissenstand dazu aufzudröseln.

      Danke fürs Vorbeischauen und deine Frage!

      CU Ingo.

      1. Danke für Deine Antwort Ingo. Interessant ist für mich wie das andere handhaben,da ich mich erst seit kurzem mit dem Thema Optionen beschäftige. Bin zwar schon seit vielen Jahren an der Börse aktiv und auch Steuer war noch nie ein Problem aber mit dem direkten USD Handel muss man wohl doch ein paar Besonderheiten beachten.

        Mein Plan sieht derzeit so aus:
        -Pflege einer Excel Liste mit allen Transaktionen incl Erfassung des EUR/USD Kurses – führe ich rein für mich auch schon mit um einen besseren Überblick zu bekommen
        -Excel Liste dient dann als Basis für die ESt
        -Direktes (zu jedem Trade) umtauschen werd ich nicht mehr machen – viel zu teuer
        -ob ich einmal einen größeren Betrag so wie du wechsle oder erstmal einen negativen USD Saldo belasse weiss ich noch nicht – fürs erste werden meine Trade auch nicht so umfangreich werden.

        Ein eigener Steuer Beitrag macht sicherlich Sinn!

      2. Hallo Ingo,

        Du schreibst: „Was die Steuer angeht, dass wird eine extrem schwierige Angelegenheit und je nach Finanzamt funktionieren wohl unterschiedliche Wege.“

        Ich habe mal meine Erfahrung wiedergegeben. Bei mir war es bisher immer ganz einfach. Ich habe lediglich 2 Summen in die KAP eingegeben. Dazu habe ich die entsprechenden 2 oder 3 Seiten mit den übertragenen Angaben kopiert und beigelegt. Bei mir haben sie so pragmatisch gerechnet, dass sie sogar auf den Soli verzichtet haben. 😉

        Ich habe ja mehrere Konten. Nur wegen Lynx habe ich überhaupt eine KAP gemacht. Habe ja keine Vermietungen o.ä.

        Bei deutschen Konten wird ja automatisch alles abgezogen. Dort (Flatex) verbrauche ich auch meinen Freibetrag.

        Jetzt habe ich aber gesehen, dass ich durch das reduzierte Gehalt in der Altersteilzeit auf einen geringeren Steuersatz komme, und habe Geld verschenkt, weil ich keine Günstigerprüfung habe machen lassen, und auch die Erträge bei Flatex nicht angegeben habe. Was soll’s. Nächstes Jahr dann aber. Dann muss ich aber dann auch noch die inländischen, versteuerten Erträge eintragen. Das verlängert den Aufwand der KAP dann von 10 auf 15 Minuten! 😉

        Ich habe mal zur Veranschaulichung ein PDF gemacht. Da kann man das nachvollziehen. In dem Beispiel hatte ich noch keine besonderen Erträge von Optionen. Deswegen tauchen in der GuV kaum Gewinne daraus auf. Beim nächsten Mal wird dort vermutlich einiges mehr zu finden sein, und ich werde das dann in Zeile 16 eintragen, wenn ich es durch Aktienverluste nicht wieder steuer-neutral ausgleiche. Mal sehen, ob noch Leichen zu entsorgen sind.

        Hier also die PDF-Datei dazu: https://goo.gl/hFCdXX als Anschauungsmaterial, echt und keine Theorie.

        Beste Grüße
        MS

      3. Stefan, die Daten für die Excelliste kannst du auch aus den Reports von IB bekommen. Unter den Activity Statements gibt es ja Customize Statements. Hier kann man sich eigentlich jedes Datenelement nehmen und eine Excelliste nach Wunsch aufbauen.

        Ich habe da auch schon etwas vorbereitet und werde das im Artikel dann später ein wenig erklären. Wenn du natürlich schon von Hand eine Liste führst, wird dies evtl. nicht ganz so interessant sein für dich. Ist ja im Prinzip dann dasselbe, nur halt automatisiert.

        Wenn man es korrekt (nach dt. Gesetzen, nicht unbedingt der Logik nach) machen will, kommt man an einer solchen Einzelaufstellung nicht vorbei. Aber meine Recherchen zeigen, dass die meisten Finanzämter nicht strikt nach Gesetz gehen, sondern viele auch den unkomplizierten Weg durchwinken, wenn man z.b. wie Matthias nur die GuV als Basis nimmt.

        Matthias, danke für Infos und teilen deiner Gedanken 🙂 … der Weg über die GuV scheint in der Tat bei vielen, wenn nicht gar allen Finanzämtern zu funktionieren, ist aber meiner Meinung nach nicht 100% korrekt und mit dem dt. Steuergesetz vereinbar. Stichwort Versteuerung bei Geldzugang. IB verrechnet ja die Prämie im Einstandspreis im Falle der Einbuchung. Der dt. Fiskus sagt aber nein dazu. Der will es sofort steuerlich berücksichtigt haben. Schon allein aus diesem Umstand würden sich Differenzen in der Endabrechnung ergeben, wenn man einmal den einen und einmal den anderen Weg gehen würde.

        Egal, weil wie gesagt die meisten Finanzämter das selbst nicht wirklich blicken und es sich einfach machen. Mein Okay haben sie dafür, denn ich finde das dt. Steuergesetz unlogisch und überholt an der Stelle. Also alles ist gut 🙂 !

        Oh und ja, unbedingt die Günstiger Prüfung beantragen, wenn dein persönlicher Steuersatz unter die 26,x% fällt!

        CU Ingo.

  4. Hey Ingo,

    toller Beitrag! Ich habe mich mal etwas an der Workstation probiert, ganz schön kompliziert. Mit deinem Beispiel konnte ich schon einiges selbst ausprobieren und dann bekam ich einen Anruf von Banx. Da ich in Sydney lebe kam der Anruf leider um 1 Uhr nachts. Hab die Situation per email erklärt und am nächsten Tag gabs dann den Anruf zur passenden Zeit. Kurze Nachfrage das die Software läuft und ob ich irgendwelche Fragen zur Software habe. Wie cool ist das denn?! Die 2-3 Fragen die ich hatte wurden dann auch direkt beantwortet. Ich werde wohl zeitnah bei Banx ein Depot eröffnen und dann kanns losgehen mit dem Optionen handeln. 🙂

    Grüße, Martin

    1. Hallo Martin,

      schön, einen „Aussie“ befragen zu können (auf Deiner Seite auf englisch ist mir zu kompliziert). 😉

      Was ist denn mit Telstra los? Die kennen nur noch eine Richtung. Haben die größere Probleme Deiner Meinung nach?
      Ich habe vor einigen Jahren mal Australien auf dem Schirm gehabt, dann aber nach dem Rohstoffeinbruch total auf die Seite gelegt.
      Habe 2 dieser Unternehmen jetzt aber mit Gewinn endlich wieder verkaufen können, obwohl ich die schon abgeschrieben hatte, da fast bis auf Null gegangen.
      NRW Holdings (NWH) zu 0,95 AUD gekauft, abgetaucht bis auf 0,05! Jetzt zu 1,20 verkauft.
      Ausdrill (ALS) zu 1,05 AUD gekauf und dann runter auf 0,20 Jetzt zu 1,95 verkauft.

      Habe mir dann die Nerven schonend den ETF IOZ und Suncorp (SUN) gekauft. Auch ein paar Telstra. Bei der weiß ich jetzt nicht, ob ich die aufstocke, oder ab da die Hütte brennt. Meine Metcash hatte sich auch wieder ins Plus entwickelt, jetzt aber wieder abwärts.

      Ich will aber durchaus Australien noch etwas ausbauen. Hinderlich ist nur, dass die kaum Quartalszahler haben. Der IOZ schon, aber Dividende leider nicht 100% franked. Egal, aber ich will da noch bissle was haben. Leider sind die Wünsche meist nicht kompatibel mit den Möglichkeiten.

      Guten Erfolg
      MS

      1. Hallo Matthias,

        freut mich wenn ich helfen kann. Meine Meinung zu Telstra ist estwas verstimmt im Moment. Die Aktien die ich im Moment habe werde ich erstmal liegen lassen. Es wurde zwar jetzt noch mal die gleiche Dividende von 15,5 aussie cent gezahlt, diese wird aber in Zukunft gekürzt. So weit ich mich erinnere ist der Ausblick beim Gewinn in der Zukunft fraglich. Der Markt für Mobilfunkanbieter wächst wohl von 3 auf 4 Anbieter im Moment. Da Telstra der Marktführer ist, haben Sie Probleme ihre Marktanteile zu halten. Ich habe persönlich einen Mobilfunkvertrag bei Telstra, und ehrlich gesagt bin ich als Kunde nicht besonders zufrieden. Offenbar denkt man als Platzhirsch kann man es sich leisten aber die Party ist wohl langsam zu Ende.
        Von NWH und ALS habe ich persönlich noch nicht gehört. In Australien gibt es einige solcher kleinen Firmen, wenn da ein Projekt richtig gut läuft der Preis sich schnell mal vervielfachen kann. Ist nicht umbedingt meine Art von Investment.
        Ich bestize Suncorp und noch ein paar andere aussie Banken. Die lasse ich liegen und freue mich alle 6 Monate über die Dividenden.
        ETFs habe ich in Australien noch nicht gekauft, wird aber wohl irgendwann auch noch passieren. Eine Firma die mir hier schon viel Freude bereitet hat ist G8 Education (GEM). Ist vielleicht einen Blick für dich wert.

        Grüße aus Sydney!

    2. Hi Martin,

      toll das du deine positive Erfahrung bzgl. des Banxbroker Supports teilst. Danke!

      So ähnlich hatte ich das damals auch erlebt und war positiv überrascht. Wenn man so eine positive Erfahrung macht, dann kann man auch ruhigen Gewissens eine Empfehlung aussprechen.

      Viel Erfolg beim Optionshandel dann 🙂 …

      CU Ingo.

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