Optionshandel ABC: Grundlagen vor dem Start

Optionshandel ABC: Grundlagen vor dem Start

Irgendwann kommt die Idee auf, sich mit dem Thema Optionen und Optionshandel zu beschäftigen. Aber wo fängt man an?

Klar, Google ist immer dein Freund. Aber vielleicht gibt es ja bereits einen als gut befundenen und mehr strukturierten Weg? Ich werde dir heute die ersten Schritte erklären, die ich für sinnvoll halte, und die ich auch selbst so umgesetzt habe, bevor man überhaupt in das Thema einsteigt. Weiterführende Artikel beleuchten dann die heute angeführten Punkte mehr im Detail.

Der grobe Fahrplan könnte so ausschauen:

Die Artikelserie Optionshandel ABC ist wirklich für den Einsteiger gedacht und konzipiert. Ich kenne das Gefühl nämlich noch selbst gut genug, dass man beim ersten Mal total überwältigt von der Fülle an Informationen ist, die es beim Optionshandel gibt. Ich versuche diese Masse auf ein absolutes Minimum zu reduzieren, damit man einen Startpunkt hat, mit dem man loslegen und somit der erste Trade in wenigen Wochen eingebucht werden kann.

Wir sind alle Wissensriesen, aber Ausübungszwerge!

Nach meinem Lieblingsmotto Just do it! halte ich es nämlich für effektiver, nicht das vierte oder fünfte Buch oder den zwanzigsten Blogartikel zu lesen, sondern zeitnah in die Praxis zu starten und dann von dort an sich weiterführendes Wissen anzueignen. Es fällt einem so nämlich leichter, Begrifflichkeiten zu verstehen und die Theorie ist nachvollziehbarer, durch die Praxiserfahrung. Also komm ins Handeln. Just do it!

Etwas Theorie muss trotzdem sein!

Leider kommen wir aber nicht um ein wenig Theorie herum. Ich möchte euch deswegen heute ein Buch empfehlen, welches mir alle Begrifflichkeiten (und noch viel mehr) rund um das Thema Optionen näher gebracht hat und dabei mein erster Kontakt zum Thema Optionshandel im Allgemeinen und Stillhaltergeschäfte im Speziellen war. Das Buch ist von Dr. Peter Putz und trägt den Titel Strategisch Investieren mit Aktienoptionen: Konservativer Vermögenszuwachs mit Stillhaltergeschäften* und ich kann es wirklich empfehlen für Einsteiger.

Es ist sehr schön und einfach gehalten, kein Firlefanz drumherum und Begrifflichkeiten werden ausreichend ausführlich für den Anfänger beschrieben. Das Buch an sich fokussiert sich innerhalb des Optionshandels schon auf zwei wesentliche für uns wichtige Dinge, Aktienoptionen und die sogenannten Stillhaltergeschäfte. Gehen wir (sehr) kurz auf diese beiden Dinge ein.

Warum Aktienoptionen?

Man kann Optionen an der Börse auf alles Mögliche handeln. Auf Aktien, auf einen Index, auf Rohstoffe, auf Währungen, auf Anleihen und auf sogenannte Futures. Vielleicht gibt es sogar noch mehr. Für uns sind aber die Aktienoptionen genau deswegen interessant, weil wir im Herzen ja Anhänger der Dividendenstrategie sind und uns grundsätzlich über Dividenden ein passives Einkommen aufbauen wollen.

Mehr zu den Synergieeffekten, wenn man beide Strategien verbindet, die Vorteile, aber auch die Nachteile, wenn man sich auf Aktienoptionen beschränkt dann in Teil #5 dieser Artikelserie.

Was sind Stillhaltergeschäfte?

Beim Optionshandel gibt es immer zwei Seiten, derjenige der die Option verkauft und derjenige der die Option vom Optionsverkäufer kauft. Der Verkäufer ist dabei der sogenannte Stillhalter, weil er in der Zeit, bis die Option fällig wird, in der Regel nichts macht, als abzuwarten was passiert. Still halten ergo Stillhalter.

Mehr dazu und das man als Stillhalter doch das ein oder andere tun kann, um den Ausgang des Trades zu deinen Gunsten zu beeinflussen, das erkläre ich dann in Teil #2 dieser Artikelserie.

Zurück zum Buch. Dadurch, dass sich das Buch bereits auf diese zwei Themen fokussiert, ist es in meinen Augen sehr gut geeignet für uns, um sich die Grundlagen und Begrifflichkeiten anzueignen, die einem im Optionshandel alltäglich begegnen werden. Es erwähnt die vielen anderen Möglichkeiten nur am Rande und man kann diese schön ausblenden.

Und keine Angst, dass man dadurch etwas verpasst. Ich verspreche euch, die Menge an neuen Begriffen wird euch immer noch umhauen.

Ich hab aber schon Erfahrung mit Optionsscheinen!

Halt! Stop! Es ist absolut wichtig von Anfang an zu verstehen, dass Optionen und Optionsscheine zwei absolut unterschiedliche Dinge sind. Optionen sind die Guten, sozusagen die Jedi des Investmentuniversums. Optionsscheine sind dagegen die Sith, die dunkle Seite der Macht 🙂 …

Warum das so ist? Optionen kann man frei an der Börse handeln. Jeder kann Optionen kaufen und viel wichtiger, auch verkaufen! Es bedarf keiner Bank oder irgendeiner sonstigen regulierend eingreifenden Instanz. Die Preisgestaltung ist frei und wird vom Markt bestimmt.

Das ist genau das, was wir wollen. So lieben wir es bei Aktien, so soll es bitte auch bei Optionen sein.

Optionsscheine dagegen sind vom Emittenten (eigentlich ist dies immer eine Bank) herausgegebene sogenannte verbriefte Derivate. Der Handel findet zwar auch an der Börse statt, die Preisgestaltung ist aber nicht frei. Die Preise werden allein von der Bank gestellt. Für mich ein absolutes No Go.

Wer kontrolliert denn die Bank, ob sie sich selbst dabei nicht übervorteilt? Transparenz ist an der Stelle leider nicht gegeben. Darum meine Meinung, allein schon deswegen Finger weg!

Aber Optionsscheine kommen schon wegen einer anderen Sache nicht in Frage für uns. Wir wollen die Seite des Stillhalters einnehmen, die Option also verkaufen und Geld dafür kassieren. Dies geht mit Optionsscheinen nicht. Die Bank als Emittent behält sich das Recht vor, die Optionsscheine zu verkaufen. Man kann somit nur als Käufer des Optionsschein in Erscheinung treten.

In Teil #2 dieser Artikelserie werdet ihr erfahren, warum das keine so gute Idee ist.

Deshalb, Finger weg von Optionsscheinen!

Den einzigen Vorteil der Optionsscheine sehe ich darin, dass man sie auch in kleinen Stückelungen kaufen kann. Optionen dagegen werden immer im 100er Pack gehandelt, das kann je nach zugrundeliegendem Basiswert (dem sogenannten Underlying) schon ins Geld gehen.

Man könnte also bei Optionsscheinen ggf. mit weniger Kapitaleinsatz handeln. Das ist aber auch alles.

Nochmal mit Nachdruck, Finger weg von Optionsscheinen. Sie sind für unsere Strategie nicht geeignet.

Das soll es für heute und dem Start der Artikelserie Optionshandel ABC gewesen sein.

Lest bitte das oben verlinkte Buch Kapitel 2 & 3, eine ähnlich gelagerte Fachlektüre* (speziell das Buch von Jens Rabe kann ich noch empfehlen für Einsteiger) oder einen meiner bereits veröffentlichten Artikel mit Bezug auf Optionen oder schaut in mein Optionsdepot, um euch die grundsätzlichen Begrifflichkeit anzueignen für die nächsten Folgen der Serie.

Im nächsten Teil beleuchten wir näher, was ein Stillhalter ist und was eigentlich den Vorteil der Seite des Stillhalters ausmacht. Spoiler: Die Seite des Stillhalter ist in der Regel die Gewinnerseite!


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10 Comments
  1. Hallo Ingo,

    danke für deinen tollen Einstieg! Wer ganz neu im Thema ist, braucht da was Gutes und nicht goolge zum Suchen. Der Buchtipp ist wirklich klasse! Danke für diese Reihe und alles, was ich von dir dazu lernen kann!

    1. Hi Andreas,

      Danke dir für das tolle Feedback. So etwas ließt man natürlich gern 🙂 !

      Viel Glück bei den ersten Versuchen. Wichtig ist einfach mal anzufangen. Den Rest lernt man schon noch. Und im Zweifel frag einfach hier. Ich versuche bestmöglich zu helfen.

      CU Ingo.

  2. Hey Ingo,

    als erstes erstmal ein Riesen Lob für deine Seite. Ich lese sehr oft und gerne hier, da sie immer aktuell ist und erweitert wird mit tollen Themen.
    Mach weiter so, es macht Spaß zu lesen und bringt gleichzeitig Motivation und neue Ideen.

    Da habe ich auch gleich mal eine Frage zum Thema Optionshandel, da ich mich auch für diese Strategie interessiere, wie von dir beschrieben und umgesetzt.
    Hast du dir das nach und nach selber angelernt (mit Büchern und Videos) oder auch mal ein Seminar oder ähnliches besucht?

    Das wars auch schon erstmal, mach weiter so.

    Viele Grüße aus dem Erzgebirge

    1. Hi Stefan!

      Danke für dein positives Feedback und willkommen auf dem Blog.

      Ich habe wohl ca. 90% aus dem verlinkten Buch Strategisch Investieren mit Aktienoptionen gelernt. Den Rest dann über YouTube z.b. die Videos von Jens Rabe und auch den ein oder anderen Blog, wobei die alle aktuell schon wieder offline oder zumindest nicht mehr aktiv sind. Empfehlen kann ich da keinen aktuell.

      Ich kann das Buch 100% empfehlen. Die besten investierten 30,- EUR, an die ich mich erinnern kann.

      Der oben genannte Jens Rabe macht ja auch gern Werbung für seine Seminare. Ich denke, wenn man meine Strategie fährt und sich auf Aktienoptionen beschränkt, dann ist ein solches Seminar rausgeschmissenes Geld. Lohnen wird sich das erst, wenn man Futures oder schwierige (und in meinen Augen unnötige) Optionskontrukte dazu nimmt.

      Also nein, ich habe kein Seminar besucht und kann es auch nicht wirklich empfehlen für das, was ich hier bespreche und selbst mache.

      Viel Spaß noch hier auf dem Blog!

      CU Ingo.

      1. Danke für deine schnelle Rückmeldung, das bestätigt mich mit meinen Gedanken einfach selber zu starten. Das Buch von Jens Rabe habe ich und folge ihm und einigen anderen auch auf deren YouTube Kanälen. Wegen so einem Seminar hatte ich nun lange hin und her überlegt, aber sehe das nun mittlerweile genauso wie du. Für diese Strategie ist es eher unnötig. Werde mich mit der TWS und einem Demokonto vertraut machen und dann gehts einfach mal los.
        Ich bestell mir noch deinen Buchtipp und dann läuft das hoffentlich.

        Viele Grüße

      2. Hi Stefan!

        Ein Demokonto und einfach mal machen ist in meinen Augen immer eine gute Idee. Man lernt nirgends so schnell, wie in der Praxis beim Ausprobieren.

        Und bei Fragen findest du mich in den Kommentaren hier auf dem Blog. Viel Spaß!

        CU Ingo.

  3. Hallo Ingo,
    ich bin vor drei Monaten mit meinem ersten Put gestartet und diesen Monat kam der erste Call dazu. Mich würde mal interessieren, wie du es bei der Wirecard Aktie gemacht hast. Es gibt doch eigentlich nur eine feste Prämie und bei den stark steigenden Kurs kannst du ja nur einen Put verkauft haben. Gehst du dort tief in das Geld oder wo kommt die hohe Prämie her?
    VG René

    1. Hi Rene!

      Danke für deinen Kommentar und Willkommen auf dem Blog!

      Glückwunsch, dass du gestartet bist. Die ersten Schritte sind die Schwierigsten und viele trauen sich dann doch irgendwie nicht. Toll, dass du es versuchst.

      Bei Wirecard habe ich nur Puts verkauft, richtig. Calls würde ich nur verkaufen, wenn ich die Aktie hätte, dann eben als Covered Call.

      Die Puts waren extrem lukrativ, weil die Volatilität so hoch war. Durch die Berichte der Financial Times gab es sehr viel Unsicherheit und richtig Angst im Markt bei Wirecard. Da schnellen die Prämien extrem nach oben.

      Aktuell sind die Prämien bei Wirecard immer noch sehr gut, wenn auch nicht mehr so extrem gut wie vor ein paar Monaten.

      Das war der Grund (Vola-Anstieg), warum die Trades (Puts) auf Wirecard so gut liefen.

      Tief ins Geld bin ich da auch nicht gegangen. Ich hatte bei Kursen um die 110,- EUR Puts bei 100,- Euro verkauft. Etwas enger als sonst, aber ich war sicher, dass die Übertreibung (von fast 200,- EUR oder so runter auf 110,- EUR) schnell aufhören wird.

      Und so kam es dann ja auch.

      Viel Erfolg noch beim Optionshandel!

      CU Ingo.

      1. Vielen Dank für die schnelle Antwort. Klar sind da die Prämien höher. Ich liege leider bei so langweiligen Werten wie O oder IRM auf der Lauer. Hier ist man schon glücklich bei einer Prämie von 50,00 $. Ich wünsche dir auch viel Erfolg bei deinen Optionen und werde deine Seite noch etwas intensiver lesen. Was ich bisher gesehen habe ist aber schon klasse :-)! Mach weiter so!

      2. Hi Rene!

        Am Anfang, wenn das Konto noch klein ist, hat man in der Tat nicht so viel Auswahl. Aber das wird besser 🙂 …

        Als Tipp kann ich dir noch mitgeben, werde nicht ungeduldig. Ungeduld führt oft zu mehr Risiko, wenn man dem nachgibt. Und das wird früher oder später mal nach hinten losgehen.

        Viel Erfolg!

        CU Ingo.

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