November 2017: Verkauf von General Electric (GE)

November 2017: Verkauf von General Electric (GE)

Zu Beginn des Jahres noch in Nähe des 10-Jahres-Hoch, seitdem der Absturz um schlappe 45%. Nun zur Krönung die Kürzung der Dividende um 50% und Aussagen vom Management, die immer noch keine klare Strategie aufzeigen. Zeit sich das Unternehmen genauer anzuschauen und die Situation zu evaluieren. Ergebnis? Der Verkauf von General Electric!

So ist das mit den Aktien. Noch im Januar war GE, gemessen an den Kursgewinnen, meine zweitbeste Aktie im gesamten Depot und nun fliegt sie raus. Was ist passiert?

Dividendenkürzungen sind ein Warnzeichen!

Anders als bei deutschen Aktien, ist eine Dividendenkürzung bei amerikanischen Aktien oft ein Warnzeichen dafür, dass etwas gerade gar nicht so gut läuft. In unseren Landen wird die Dividenden zumeist direkt an das Betriebsergebnis gekoppelt. In guten Jahren gibt es viel Dividende und in weniger guten Jahren halt weniger. Bei amerikanischen Unternehmen dagegen gibt es eine Dividendenkultur, die auf langfristig stetig steigende Dividenden abzielt. 

Speziell bei den sogenannten Dividend Champions (ununterbrochene Dividendenerhöhungen von 25 Jahren oder mehr), den Dividend Contenders (ununterbrochene Dividendenerhöhungen von 10 bis 24 Jahren), aber auch den Dividend Challengers (ununterbrochene Dividendenerhöhungen von 5 bis 9 Jahren) ist dies so und wenn dann eine Dividende gekürzt werden muss, ist meist Gefahr im Verzug oder der Schlamassel ist bereits da.

Bei GE gab es auch einige Anzeichen, dass es nicht so gut lief. Wie bereits im entsprechenden Im Rückspiegel Artikel zu GE geschrieben, hatte ich in das Unternehmen investiert, ohne mir wirklich bewusst zu sein, dass sie bereits in der Finanzkrise die Dividende gekürzt hatten. Heute würde mir so ein Fehler nicht mehr unterlaufen.

Dazu kamen verschiedene andere Sachen, wie z. b. das man sich gerade in der Phase der Erholung von der Finanzsparte trennte. Just in der Zeit, wo diese Sparte wieder ordentlich Gewinne einfuhr? Zum Frust der meisten Anleger wurde das Geschäft dann auch noch so abgewickelt, dass man vom Erlös nichts direkt abbekam.

Des Weiteren gab es ein Milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm die gesamte Zeit über, wo die Aktie mit dem Kurs im überbewerteten Bereich haussiert? So kann man auch die Gelder der Investoren verbrennen.

Die Entscheidung liegt in deiner Hand!

Nun gut, ich hätte ja in der Tat jederzeit verkaufen können, oder? Klar hätte ich. Aber hinterher ist man immer schlauer und mit einem Verkauf zum Jahreswechsel rum könnte ich mich jetzt als Held feiern lassen.

Aber leider ist das nicht so einfach, genau diesen richtigen Zeitpunkt zu finden. Und wer auf die gerade genannten Anzeichen von Problemen hinweisen möchte, dass man dies ja hätte vorhersehen können, die waren alle schon 2016 bekannt und trotzdem haussierte die Aktie wie verrückt.

Das sieht man auch sehr schön im FAST Graphs Chart von GE.

Fastgrpah GE - Verkauf von General Electric

Genau deswegen bin ich sehr gern ein entspannter Buy&Hold Anleger, da sollte man sich über solche Ausstiegsszenarien weniger der Kopf zerbrechen müssen, denn in der Regel verkaufen wir nicht.

Aber jetzt verkaufst du ja doch! Warum jetzt?

Der aufmerksame Leser mag es erahnen. Mit meinem Fokus auf Dividenden und Dividendenwachstum ist eine Kürzung der Dividende ein sogenanntes No Go. Ein solcher Vorgang zieht zwar nicht automatisch und zu 100% einen Verkauf nach sich, aber es veranlasst mich sehr genau hinzuschauen und die Situation komplett neu zu bewerten.

Im Fall von GE ist die Kürzung genau der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Die oben genannten Gründe und dann der Fakt, dass GE zum zweiten Mal zu diesem Mittel greift, veranlassen mich zu der finalen Entscheidung: Der Verkauf von General Electric!

Ich kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht bewerten, ob sich bei niedrigen Kursen evtl. eine sogenannte Turn Around Möglichkeit ergibt. Sprich also günstig einkaufen, um dann kurzfristig gute Kursgewinne zu realisieren. Aber dies entspricht sowieso nicht meiner Investmentstrategie hier und wird deswegen, zumindest im Dividendenaktiendepot, auch nicht weiter verfolgt.

Ich verkaufte am 14.11.2017 meine 53 Stück General Electric (GE) für je 15,252 EUR!

Der gesamte Erlös belief sich nach Abzug von Gebühren auf 798,46 EUR.

Verkauf von General Electric

Gerechnet gegen die Anschaffungssumme von 1.023,61 EUR ergibt dies einen Verlust von gesamt 225,15 EUR. In Prozent sind das ca. -22%.

Dagegen kann ich noch Dividenden von gesamt 112,31 EUR rechnen und der Verlust reduziert sich damit um ca. die Hälfte auf 112,84 EUR bzw. 11%.

Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!

Nicht schön, aber lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende, richtig? Mein Trainer sagte früher bei so etwas dann immer: Mund abputzen und weiter machen!

Damit ist GE raus aus meinem Depot und wird dort wohl auch die nächsten 10 Jahre keinen Einlass mehr erhalten.

Es ist Geld da für eine neue Investition!

Einen positiven Aspekt, neben dem Lerneffekt versteht sich, kann ich der Geschichte aber abgewinnen. Es steht damit genug Kapital zur Verfügung für einen Zukauf für mein Dividendenaktiendepot und ich kann schon jetzt verraten, das Geld ist bereits investiert und es hat einen Kandidaten von der Watchlist erwischt.

Welcher das ist? Dazu gibt es zeitnah einen zweiten Artikel. Ihr könnt ja mal eure Tipps in den Kommentaren posten 🙂 …

 

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10 Comments
  1. Auch wenn es schmerzt, ich verkaufe auch, wenn es nicht mehr in mein Bild passt. Trennt man sich regelmäßig von solchen Kandidaten, verbleibt ein erstklassiges Depot. Es gibt Leute, die behalten die Verlustaktien (könnte ja wieder werden) und nehmen bei den guten Werten Gewinne mit. In der Folge sammeln sie sich einen Friedhof zusammen.

    Letztlich bringt ein Verlust keinen um, das ist halt so. Dafür kann man sich am Rest erfreuen.
    Ich habe momentan auch 2 Kandidaten auf der Beobachtungsliste. Die sollen sich nicht zu sicher fühlen^^

    1. Hi Alexander!

      Danke fürs Vorbeischauen.

      Du hast absolut Recht mit dem, was du geschrieben hast. Kann ich genau so unterschreiben.

      Aber jetzt hast du mich neugierig gemacht, welche 2 Kandidaten in deinem Depot stehen denn unter Beobachtung?

      CU Ingo.

      1. Hi Alexander,

        Medtronic wirklich? Die sind auf meiner erweiterten Watchlist. Muss ich doch direkt mal schauen, was du da siehst.

        Danke für das Feedback.

        CU Ingo.

      2. Ich habe bei Medtronic einen Verkaufsauftrag eingegeben und beobachte die Entwicklung weiter. Wenn ich sie verkauft habe, dann gibt das einen Blogartikel. Jedenfalls habe ich da schlampig gearbeitet und nicht gut recherchiert. Die Firma ist ok, sitzt aber seit 2016 in Dublin/Irland. Da gibt es Probleme mit der Doppelbesteuerung (Abzüge von der Dividende ca. 45 %). Ich bin aber zu faul, mich mit dem Papierkrieg auseinander zu setzen.

      3. Oh die Quellensteuer. Immer wieder ein Ärgernis innerhalb Europas. Warum wir das hier nicht besser hinbekommen, kann ich ehrlich gesagt nicht verstehen.

        Da könnte die Politik ja mal was machen. Im Gegenzug können sie sich gern bei der Rente etwas zurückhalten und uns unser Geld lassen für die private Vorsorge 😉 …

        Danke für das Feedback. Das Unternehmen finde ich trotzdem toll. Mal schauen, ob sich da in Zukunft etwas tut in Bezug auf die Quellensteuer.

        CU Ingo.

  2. Hallo Ingo,

    Glückwunsch zu deinem Entschluss, dich von GE zu trennen, auch wenn es weh tut. Jeder von uns erleidet auch mal Verluste. Das gehört dazu. Aber wie Alexander richtig schreibt, kommt es darauf an, was man daraus macht. Ich wünsche dir, dass du mit dem nächsten Kauf dein Depot auf Wachstum trimmst!

    Mein Tipp: Smucker (aber egal was es ist. Hauptsache nicht AT&T) 😉

    Gruß!

    1. Hi Torsten,

      ich freue mich schon jetzt auf deinen Kommentar beim nächsten Artikel zum Kauf von … wir werden sehen 🙂 !

      CU Ingo.

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