Optionshandel ABC: Der Cash Secured Put

2023er Optionshandel ABC - Der Cash Secured Put

In Teil 3 der Artikelserie Optionshandel ABC kommen wir heute zu den Optionen im Allgemeinen, der ganzen Terminologie drumherum und speziell zum sogenannten Put (Verkaufsoption). Meine Lieblingsvariante davon: Der Cash Secured Put!

Die Artikelserie Optionshandel ABC richtet sich an Einsteiger und Interessierte, die in den Optionshandel einsteigen möchten, aber nicht so recht wissen, wo sie anfangen sollen. Ich versuche hier einen möglichst auf das Wesentliche reduzierten Weg aufzuzeigen, wie man schnell zum ersten Trade kommt.

Ich bin nämlich ein Fan von Learning By Doing!

Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.
– Franz Kafka –

Der Artikel wurde erstmals 2017 auf dem Blog Mission-Cashflow.de veröffentlicht. Dieses Update im Jahr 2023 aktualisiert alle wichtigen Informationen und bringt sie auf den neuesten Stand. Darüber hinaus wurden ggf. Fehler korrigiert und Formulierungen angepasst, um die Lesbarkeit weiter zu verbessern. Viel Spaß beim Lesen!

Inhaltsverzeichnis:

Nach der Einführung in die Grundlagen (Teil 1) und der Erläuterung der Stillhaltergeschäfte (Teil 2) kommen wir nun zur eigentlichen Option und den beiden Varianten, die in meiner Wheel-Strategie bevorzugt zum Einsatz kommen.

Was ist eine Option?

Grundsätzlich habe ich bereits erläutert, dass eine Option für den Optionskäufer eine Art Versicherung ist. Der Optionsverkäufer, also wir als Stillhalter, nimmt dabei die Position der Versicherung ein.

Aber vielleicht nehmen wir einfach ein anderes Wort, um es allgemeiner auszudrücken. Eine Option ist eine Vereinbarung.

Die Vereinbarung besteht zwischen dem Käufer und dem Verkäufer in Bezug auf:

  • einen entsprechenden Basiswert (Underlying)
  • zu einem festgelegten Termin, sprich Verfallstag (Expiration Day)
  • zu einem festgelegten Preis, sprich Basispreis (Strike)
  • zu kaufen (Kaufoption = Call Option) oder zu verkaufen (Verkaufsoption = Put Option)

Für dieses Recht zahlt der Käufer dem Verkäufer einen Optionspreis, die so genannte Prämie (Premium). Und genau diese Prämie wollen wir vereinnahmen und damit einen regelmäßigen Cash Flow generieren. Wir wollen also, wie in Teil 2 zu Stillhaltergeschäften beschrieben, als Stillhalter auf der Verkäuferseite aktiv werden.

Das Recht des Käufers ist nicht gleichzeitig eine Pflicht. Das bedeutet, dass der Optionskäufer die Option ausüben kann, aber nicht muss. Er hat die freie Wahl. Er muss aber in jedem Fall die Prämie zahlen.

Umgekehrt muss der Verkäufer jederzeit der Ausübung einer Option nachkommen, d.h. wenn der Käufer sein Recht geltend macht. Die Pflicht liegt also immer beim Verkäufer. Er hat keine Wahl. Dafür erhält er in jedem Fall und unabhängig vom Ausgang des Geschäfts die Prämie.

Aktienoptionen als Basiswert

Wie bereits in Teil 1 kurz erwähnt, gibt es Optionen auf die unterschiedlichsten Basiswerte. Zum Beispiel:

  • Rohstoffe, z.B. Öl oder Edelmetall
  • Agrarprodukte, z.B. Getreide oder Fleisch
  • Strom
  • Aktien
  • ETFs
  • Währungen
  • Anleihen
  • Futures

Es gibt noch ein paar kuriose wie zum Beispiel für den CO2-Ausstoß, aber all das interessiert uns hier nicht.

Wir konzentrieren uns bei der Wheel-Strategie ausschließlich auf Aktienoptionen!

Aus den obigen Ausführungen wird deutlich, dass eine Option kein Wertpapier ist. Eine Option ist ein Termingeschäft und wird aufgrund der Tatsache, dass der Optionspreis stark von der Kursentwicklung des Basiswertes abhängt und dessen Bewegungen mit einem gewissen Hebel mitmacht, auch den Derivaten zugeordnet.

Auch wenn man das wissen sollte, spielt diese Unterscheidung bzw. Einteilung für unseren Optionshandel keine Rolle. Dieses Wissen gehört also in die Rubrik „good to know“.

An dieser Stelle dann auch noch einmal der Hinweis, Optionen nicht mit den im deutschsprachigen Raum gebräuchlicheren Optionsscheinen zu verwechseln. Den Unterschied hatte ich bereits in Teil 1 erklärt. Hier die Kurzform zur Erinnerung: Optionen Yeah! Optionsscheine Bäh!

Die Verkaufsoption. Der Put!

Kommen wir zum eigentlichen Kern, der Option selbst. Wir wissen, dass es Kauf– und Verkaufsoptionen gibt. Calls und Puts. Wir konzentrieren uns heute auf den Put, also die Verkaufsoption.

Und es gibt Käufer und Verkäufer, also jemanden, der im Basiswert long ist (Käufer = long) und jemanden, der im Basiswert short ist (Verkäufer = short).

Somit gibt es also auch zwei Bezeichnungen für einen Put: Einen Long Put (Käuferseite) und einen Short Put (Verkäuferseite).

Die Käuferseite:

Der Käufer eines Puts geht mit dem Kauf eine Long-Position ein, ist also long im Put, und zahlt dafür den aktuellen Optionspreis (die Prämie). Er hat nun das Recht, aber nicht die Pflicht, den Basiswert (die Aktie) zum vereinbarten Preis zu verkaufen.

Die Prämie ist in jedem Fall an den Verkäufer der Option zu zahlen.

Die Verkäuferseite:

Der Verkäufer eines Puts geht mit dem Verkauf eine Short-Position ein, ist also short im Put, und erhält dafür den aktuellen Optionspreis (die Prämie). Er ist nun verpflichtet, den Basiswert (die Aktie) zum vereinbarten Preis zu kaufen. Wird der Put bis zum Verfalltag nicht ausgeübt, verfällt die Option und damit die Verpflichtung.

Die Prämie wird in jedem Fall ausbezahlt. Es spielt keine Rolle, ob die Option ausgeübt wird oder nicht. Man kann sagen, dass wir für das Risiko, das wir während der Laufzeit eingegangen sind, entlohnt wurden.

Anmerkung: Ich werde ab jetzt in der Regel die Begriffe long oder short weglassen, weil ich sie für verwirrend halte. Aus dem Kontext ergibt sich eigentlich immer, ob ich vom Käufer oder vom Verkäufer spreche.

Endlich. Der Cash Secured Put!

Nachdem wir nun wissen, was ein Put ist, ist es relativ einfach, eine logische Brücke zum Cash Secured Put zu schlagen.

Beim Optionshandel treten wir ja als Verkäufer auf, haben also die Verpflichtung, die Aktien während der Laufzeit jederzeit zum vereinbarten Preis zu kaufen. Haben wir das Geld für den Kauf auf dem Depotkonto, dann ist der Kauf gedeckt. Man spricht dann von cash secured (durch Bargeld abgesichert), also vom Cash Secured Put.

Ausgehend von einem Margin-Konto (zum Thema Cash-Konto oder Margin-Konto später mehr) prüft die Bank oder der Broker beim Verkauf einer Option übrigens vorher nicht, ob du das Geld für die Ausübung hast oder nicht. Wenn du das Geld nicht hast, spricht man von gemein hin von unsecured (unbesichert) oder naked (nackt) und damit von einem Naked Put.

Das Risiko besteht hier darin, dass man je nach Konto auf Margin (Kredit) handeln und bei zu vielen Ausübungen und zu wenig Geld einen sogenannten Margin Call bekommen kann. Auf dieses negative Ereignis gehe ich hier jetzt nicht ein, dass wäre an der Stelle zu komplex und ist für das Verständnis, wie der Optionshandel funktioniert, nicht notwendig.

Wir merken uns nur, du möchtest niemals einen Margin Call erleben. Es wird nicht gut ausgehen, also Finger weg von Naked Put!

Okay, damit ist die Verbindung hergestellt. Wenn du das Geld für die (mögliche) Ausübung zur Verfügung hast, spricht man von einem Cash Secured Put. In diesem Fall ist dein Risiko auf den Kurs des Basiswerts abzüglich der Prämie begrenzt.

Das ist es, was du willst!

Überschaubares Risiko bei sehr guter und hoffentlich überdurchschnittlicher Rendite.

Tipp: In der Fachsprache nennt man den Verkauf eines Cash Secure Puts auch Cash Secured Put Writing oder zu Deutsch das Schreiben einer gedeckten Verkaufsoption!

Ein Praxisbeispiel

+++ Praxisbeispiel +++

Wir verkaufen eine Put Option auf die Aktie von Realty Income (O).

Der Kurs steht aktuell bei 57 USD. Den Strike wählen wir bei 55 USD, somit ist Kapital im Einsatz in Höhe von 5.500 USD, da im Falle der Ausübung 100 Stück der Aktie über die Option gekauft werden müssen. Die Prämie dafür beträgt 1 USD, somit 100 USD in Summe (da 100 Stück) und der Verfallstag ist in 30 Tagen.

Wir streichen 100 USD ein und warten 30 Tage ab, was passiert.

Das Risiko liegt darin, dass der Kurs von Realty Income (O) unter den Strike von 55 USD sinkt. Sollte dies zum Verfallstag so sein, wird der Optionskäufer sein Recht wahrnehmen und die Option ausüben. Wir bekommen dann 100 Stück von Realty Income (O) ins Depot gebucht und bezahlen dafür 5.500 USD, egal was der echte Kurs zu der Zeit ist.

Abzüglich der Prämie von 100 USD, haben wir also 5.400 USD maximales Risiko, da die Aktie ja rein theoretisch auf 0 USD fallen kann. Dies wird aber in der Praxis so nicht vorkommen bzw. du wirst dann reagieren und die Option ggf. vorher mit weitaus geringerem Verlust zurückkaufen.

Du gewinnst bei dem Trade, wenn der Kurs zum Verfallstag über dem Strike von 55 USD liegt.

Eigentlich gewinnst du sogar bis zu einem Kurs von 54 USD am Verfallstag, da du die Prämie ja auf jeden Fall behalten kannst. Dein Strike liegt zwar bei 55 USD, aber abzgl. der Prämie von 1 USD, ist der zu zahlende Preis bei Ausübung halt bei 54 USD respektive 5.400 USD.

Dein Puffer ist dabei 3 USD, da aktueller Kurs von 57 USD gegen Strike abzgl. Prämie gleich 54 USD. Der Kurs könnte also um ~5% fallen, bevor wir in die kritische Zone rutschen.

Die Rendite bei Verfall der Option beträgt 1,8% auf 30 Tage oder ~22% p.a. gerechnet.

Erst unter einem Kurs von 54 USD am Verfallstag verlierst du.

Verlieren heißt in dem Fall, du bekommst die Aktie eingebucht und hast ggf. einen Buchverlust stehen.

Anmerkung: Der Einfachheit halber wurden keine Steuern und Abgaben berücksichtigt. Das Beispiel dient der Veranschaulichung.

Stillhalter sind in der Regel Gewinner

Wir erinnern uns: Als Stillhalter und Verkäufer des Puts gewinnen wir in 2 von 3 Szenarien.

Gewinnerseite:

  • Der Preis bleibt gleich oder fällt leicht
  • Der Preis steigt

Verliererseite:

  • Der Preis fällt unter den Strike

Die Strategie funktioniert also am besten in steigenden und schwankenden Märkten. Sie funktioniert sogar umso besser, je stärker die Märkte schwanken. Stichwort Volatilität (Volatility).

Denn je größer die Schwankungen, desto höher (in der Regel) die Prämien!

Ich glaube, ich muss in diese Artikelserie noch ein Kapitel zum Thema Volatilität einfügen, denn die Volatilität ist der beste Freund des Stillhalters!

Anmerkung: Ich habe später meine Gedanken zum Thema Volatilität hier etwas ausführlicher dargelegt.

Und wenn es doch mal schief läuft?

Aber ab und zu verlieren auch die Stillhalter mal. Was passiert dann?

Don’t Panic! Wir werden in Teil 5 und Teil 6 noch detailliert darauf eingehen, welche Gegenmaßnahmen man dann ergreifen kann.

Hier und jetzt nur so viel: Verkaufe Optionen als Cash Secured Put ausschließlich auf Aktien, die du auch so für dein Aktiendepot kaufen würdest. Anregungen findest du zum Beispiel in meinem Dividendenaktiendepot oder in meiner Watchlist.

Denn das Schlimmste, was dir bei Ausübung passieren kann, ist, dass du gute Aktien von soliden Unternehmen bekommst, wo du dich über tolle Dividendenerträge freuen kannst. Klingt das schlimm?

An der Börse sind 2 mal 2 niemals 4, sondern 5 minus 1.
Man muss nur die Nerven haben, das minus 1 auszuhalten.
– André Kostolany –

Man kann aber auch die Ausübung vermeiden, sich sozusagen der Verpflichtung entziehen. Stichwort das Rollen von Optionen. Nun, wie bereits gesagt, dazu mehr in den späteren Teilen der Artikelserie.

Aber das Beste: Die Prämie behältst du auf jeden Fall!

Bei den meisten Brokern, so auch bei meinem Optionskonto bei Interactive Brokers (das Depot habe ich über Estably* eröffnet und die kann ich wirklich empfehlen, hier kannst du Optionen schon ab 1,80 EUR bzw. 3,00 USD handeln, wenn du bei der Depoteröffnung den Gutscheincode „Mission-Cashflow“ angibst) ist es so, dass man bei Ausübung die Prämie auf den EK-Preis angerechnet bekommt.

Grundlage ist das obige Beispiel von Realty Income (O). Obwohl die Option zum Kurs von 55 USD ausgeübt wird, findet sich in der Abrechnung ein EK-Preis der Aktie von 54 USD. Dies liegt einfach daran, dass der Ausübungspreis nicht 1:1 in den Aktienkurs umgerechnet wird, sondern abzüglich der Prämie angenommen wird.

Das bedeutet, dass du bei Ausübung die Prämie von 100 USD nicht wirklich als Cash erhalten hast. Dafür hast du aber die Aktie um die Prämie billiger eingebucht bekommen.

Du realisierst also deinen Gewinn bzw. Verlust erst, wenn du die Aktienposition verkaufst, also glattstellst. Damit hast du eine weitere Möglichkeit, deinen Gewinn oder Verlust zu kontrollieren, nämlich das Timing für den Verkauf der Aktien!

Anmerkung: Diese Vorgehensweise der internationalen Broker, den EK-Preis bei Ausübung zu reduzieren, ist mit dem deutschen Steuerrecht nicht uneingeschränkt vereinbar. Denn dort zählt die Prämie immer als Zufluss, egal ob die Option ausgeübt wird oder nicht. Das sollte dich aber nicht abschrecken, in der Praxis sind mir persönlich bisher keine Probleme diesbezüglich bei der Steuererklärung bekannt geworden.

Damit ist der Cash Secured Put auch eine gute Strategie, um sein Aktiendepot günstiger als mit einer gewöhnlichen Kauforder (Order) oder einer Kauforder mit Limit (Limit Order) auf- oder auszubauen.

Denn wer mag es nicht, Aktien billiger zu kaufen?

Am Beispiel des oben erwähnten Realty Income (O) sehen wir, dass man die Aktie statt für 55 USD bereits für 54 USD bekommt. Einzeln betrachtet ist das zwar nicht die Welt, aber immerhin hat man in den meisten Fällen die Gebühren raus und in der Summe kommt über die Jahre doch einiges zusammen.

Wie geht es weiter?

So, das war’s für heute. Wer das ganze noch einmal nachlesen möchte, der schaue einfach in das Buch Strategisch Investieren mit Aktienoptionen* von Dr. Peter Putz. Meine Buchempfehlung für Einsteiger in den Optionshandel.

Die Grundlagen des Optionshandels und was Stillhaltergeschäfte sind, sollten also bekannt sein. Hinzu kam heute die wichtigste Säule der Wheel-Strategie, der Cash Secure Put.

Werfen wir im nächsten Teil einen Blick auf die Kaufoption und warum der Covered Call der Renditebooster für dein Aktiendepot sein kann!

Zahlen, Daten, Fakten

Wer darüber hinaus wissen möchte, wie das mit dem Optionshandel in der Praxis funktioniert und ob man damit wirklich erfolgreich einen Cash Flow aufbauen kann (Spoiler: Ja, man kann!), der kann meinen Weg seit nunmehr über 5 Jahren hier auf Blog verfolgen.

Die volle Ladung an Zahlen, Daten und Fakten gibt es regelmäßig aktualisiert in der Übersicht des Optionsdepots, wo auch alle Artikel mit den monatlichen Updates verlinkt sind.

Last but not least folge mir auch auf Twitter, um keine neuen Artikel mehr zu verpassen und alle meine Trades (Kauf, Verkauf, Rollen oder vorzeitiger Rückkauf) am Tag oder am Folgetag, an dem ich sie getätigt habe, zu sehen.

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Über den Autor

29 Kommentare zu „Optionshandel ABC: Der Cash Secured Put“

  1. Hi Ingo,
    bin zufällig auf deinen Blog gestoßen und möchte mich für die tollen Infos und Tipps bedanken, die du hier weitergibst.
    Ich würde gerne eine ähnliche Strategie fahren und zukünftig Optionen schreiben um meine Dividendenaktien günstiger zu erwerben.
    Allerdings habe ich ein bisschen Respekt vor dem Margin Konto. Macht es nicht Sinn für jemanden wie mich, der volle Kostenkontrolle behalten will und mit relativ geringem Budget (5000—10.000€) anfängt, das Cash Konto bei einem der Broker zu benutzen. Somit hätte ich nie die Gefahr eines Margin Call und auch die Zeitversetzung macht mir wenig aus.
    Oder gehen mir da zu viele Vorteile durch die Finger?
    Würde mich über eine Antwort freuen!
    Grüße

    1. Hi Jannik!

      Danke für deine Fragen.

      Natürlich kannst du auch ein reines Cash-Konto nehmen. Der Nachteil wäre halt, es dauert immer ein wenig (manchmal 2-3 Tage habe ich gelesen), bis bestimmte Beträge gutgeschrieben bzw. abgebucht sind. Erst dann kannst ggf. darüber verfügen.

      Daraus ergibt sich der Nachteil, dass du evtl. eine gute Gelegenheit verpassen könntest. Das wäre aber meines Wissens nach alles.

      Du brauchst aber auch keine Angst vor dem Margin-Konto haben, wenn du rational bleibst. Wenn du z. b. nur 10.000,- EUR auf dem Konto hast, dann handele auch nur im Rahmen von 10.000,- EUR. Damit ist ein Margin-Call auch ausgeschlossen.

      Egal wie du dich entscheidest, Hauptsache du probierst es. Du kannst auch später den Kontotyp ändern. Habe ich selbst noch nicht gemacht, aber lt. FAQ geht es.

      Viel Spaß!

      CU Ingo.

  2. Hallo Ingo,

    vielen Dank für deine sehr informative Webseite.

    Wo ich mir noch nicht sicher bin, ob ich es richtig verstanden bzw. den Haken an der Sache noch nicht erkannt habe.

    Angenommen ich habe die Möglichkeit einen Put auf Cisco mit einer Laufzeit von 4 Tagen zu verkaufen (Kurs 44,5 USD Strike 41,50 USD, Prämie 0,29 USD).

    Erhalte ich tatsächlich nach 4 Tagen, falls der Kurs nicht unter 41,50 USD gefallen ist, 29 USD Prämie?

    Vielen Dank und beste Grüße

    Jens

    1. Hi Jens!

      Die 29,- USD erhältst du sofort, nicht erst 4 Tage später. Die Prämie bekommst du immer und kannst du auch immer behalten.

      Entscheidend ist dann am Verfallstag in der Tat, ob der Kurs unter die 41,50 USD fällt. Im Prinzip kann der Käufer der Option bei jedem Preis dir die Aktien andienen. Aber er wird dies nur tun, wenn er damit einen Gewinn machen kann. Und ja, für den Käufer beginnt die Gewinnzone erst unter der Grenze von 41,50 USD. Wenn man ganz genau ist erst bei unter 41,50 USD – 0,29 USD, also bei 41,21 USD 😉 …

      Ob es da einen Haken gibt? Nicht bei der Rechnung wie oben. Die ist sauber und das funktioniert genau wie beschrieben. Wenn es aber auf eine kurze Zeit eine überdurchschnittliche Prämie gibt, dann ist vielleicht etwas anderes (externes) der Grund? Stehen zum Beispiel Quartalszahlen an oder ein anderes Event, was den Kurs kurzfristig stark bewegen könnte? Auf so etwas musst du dann halt achten und das Risiko für dich kalkulieren.

      CU Ingo.

  3. Hi Ingo,

    danke für dein Feedback!

    Kann die Gegenseite mir die Aktien auch während der Laufzeit andienen oder kann dies nur zum Laufzeitende geschehen wenn der Kurs unter dem Strike notiert?

    Am obigen Bsp.:

    Nach zwei Tagen (4 Tage Laufzeit) rutscht der Kurs auf 41,00 USD – der Käufer ist in der Gewinnzone.

    Bin ich jetzt schon verpflichtet im Falle eines Andienens die Aktien zu übernehmen oder kann ich die Kursentwicklung bis zum Ende der Laufzeit abwarten?

    Besten Dank und Grüsse …

    Jens

    1. Hi Jens!

      Freue mich, dass endlich mal einer fragt 🙂 !

      Ob eine Option schon während der Laufzeit ausgeübt werden kann oder nicht, hängt vom Typ der Option ab. Es gibt den Typ „amerikanisch“ und den Typ „europäisch“. Erstere können zu jedem Zeitpunkt ausgeübt werden, also auch vor dem Stichtag bzw. dem Ablaufen der Option. Die Optionen europäischen Typs werden dagegen nur am Stichtag zu einem festgelegten Zeitpunkt abgerechnet.

      Wie der Name schon sagt, die amerikanischen Typen sind eher in Amerika verbreitet und die europäischen halt in Europa. Dies ist aber nur eine Faustregel. In Europa sieht man auch oft den amerikanischen Typ. Umgekehrt ist es eher sehr selten.

      Gehe einfach davon aus, dass du jederzeit ausgeübt werden kannst. Dann wirst du nicht überrascht.

      Bei mir ist dies übrigens bisher genau 2x passiert bei knapp über 70 Trades. Passiert also, aber eher selten und meist dann, wenn es einen großen Absturz in einer Aktie gab und es sich wirklich lohnt für den Optionskäufer. Bei deinem Beispiel besteht da keine Gefahr, würde ich sagen.

      Und als letztes, du bist immer verpflichtet, die Aktien zu nehmen, die dir angedient werden. Du hast dieses Recht an den Optionskäufer verkauft und dafür die Prämie kassiert. Und das passiert genau dann, wenn der Optionskäufer das möchte. Entscheidet er sich also 3 Tage vor Ablauf dazu, dann hast du die Aktien spätestens 2 Tage vor Ablauf in deinem Konto und bist das Geld los.

      Allein aus letzterem Grund ist es beim Optionshandel von Vorteil, wenn man sich eine Routine aufbaut, jeden Tag einmal kurz sein Optionskonto zu prüfen, wenn man Optionen laufen hat. Dann kann man immer zügig reagieren, sollte das der Fall sein.

      Das ist meiner Meinung nach auch der einzige echte Nachteil von Optionen, es ist ein aktives Handeln erforderlich. Passiv ist es leider nicht wirklich möglich.

      CU Ingo.

    2. Matthias Schneider

      Hallo Jens,

      der Käufer der Option kann sie jederzeit ausüben (https://www.youtube.com/watch?v=U6HnbiI86Vk&feature=youtu.be&t=230).
      Ist mir auch schon unter der Laufzeit passiert. Wenn ein verkaufter Put deutlich unter den Strike läuft, also deutlich ins Plus für den Käufer, dann muss man jederzeit mit einer Einbuchung rechnen. Da tauchen einfach die Aktien in Deinem Depot auf, der Betrag ist abgezogen vom Konto, und der Put ist ausgebucht. Man hat dann den Einstandskurs bei Strike minus Prämie.

      Wenn man das nicht will, dann muss man den short Put rechtzeitig mit Verlust schließen, also einen Put zurück kaufen.

      Man weiß nie, welchen Beweggründen die andere Seite folgt. Wenn jemand einfach nur einen naked Put gekauft hat, und gar keine Aktien darauf absichern will, die er dann abgibt, dann verkauft er einfach den Put mit Gewinn.

      Jemand kann auch seine Aktien tatsächlich zum Strike liefern (Put ausüben), und zum deutlich billiger gewordenen Kurs zurück kaufen.

      Wenn man den short Put einfach auslaufen lässt, und der Kurs unterm Strike liegt, dann werden Dir jedenfalls die Aktien eingebucht.

      Mich würde mal interessieren, was passiert, wenn ich einen gekauften naked Put einfach auslaufen lasse, wenn der am Ende im Plus ist. Gehe ich dann automatisch mit 100 Aktien short? Hatte jemand diesen Fall schon?

      Also ich kaufe einen Put auf Aktie Strike 20. Am Laufzeitende steht Kurs Aktie bei 15. Ich bin 5 USD pro Aktie im Plus und mache gar nichts. Bekomme ich einen Betrag des Gewinnes gut geschrieben? Oder werden mir 100 Aktien „ausgebucht“ die ich nicht habe, entsteht also eine Short-Position in der Aktie von -100? Ich bekomme also 2.000 USD eingebucht für die verkauften Aktien.

      Wenn ich die Position schließen will, muss ich also 100 Stück zum aktuellen Kurs von 15 kaufen, die Position ist glatt gestellt, und mir bleiben die 500 Gewinn? Das würde mich mal interessieren, falls es jemand schon exerziert hat.

      Gruß
      MS

      1. Hi Matthias!

        Ich habe zwar noch nie eine Option gekauft und somit auch noch nie mein Ausübungsrecht wahrgenommen, aber lt. der Theorie ist dies ein aktiver Akt. Sprich, wenn du nichts tust, passiert auch nichts.

        In deinem Beispiel müsste dies somit bedeuten, du musst am Stichtag aktiv sagen „ja, bitte ausüben“. Evtl. kann man seine Präferenz aber auch vorher schon irgendwie dem Broker mitteilen oder in der TWS hinterlegen.

        Und ich bin mir relativ sicher, dass dir immer die Aktien eingebucht werden, egal ob long oder short. Cashausgleich bei Aktienoptionen? Mhhh nö oder? Bei Futures klar, aber nicht bei Aktien, soweit ich weiß.

        Wie das in der Praxis funktioniert? Wie gesagt, keine Ahnung 🙂 …

        CU Ingo.

  4. Hallo Ingo und Matthias,

    es tun sich immer neue Fragen auf …. 😉

    Was kann eigentlich passieren, wenn ich einen CSP verkaufe, bei dem der Strikepreis über dem aktuellen Kurs liegt …

    Bsp: KO; Kurs: 42 USD; Strike: 43 USD, Prämie: 85 USD, Laufzeit: 8 Tage

    … würde der Käufer des Puts mir die Aktien sofort andienen?

    Grüße, Jens

    1. Matthias Schneider

      Hallo Jens,

      das kann rechnerisch nicht gehen. Wenn der Strike 43 und der Kurs 42 ist, dann muss der Put deutlich mehr als 1 (100) USD kosten, ansonsten bedubbt man sich selbst als Verkäufer.

      Diese 100, bzw. 1 USD ist ja dann keine Prämie sondern innerer Wert des Put, da er „im Geld“ ist.

      Alles was er über 1 (100) kostet ist dann erst Prämie. Also schön aufpassen! 😉

      Gruß
      MS

  5. Hallo Ingo,

    Sorry … für den Doppelpost …. wurde zu spät aktualisiert …

    Ich habe eine weitere Frage zum Thema Risiko/Margin.

    In einem Artikel erwähnst du, dass der Mindesteinschuss nicht höher als 50% der Netto-Liquidität liegen sollte.
    Ich verstehe die Sicherung dahinter nicht so ganz, daher folgendes Bsp:

    Konto-Einzahlung: 10.000 EUR

    1. CSP 4100 USD
    2. CSP 4200 USD
    3. CSP 5350 USD
    4. CSP 4500 EUR

    „Worst Case“: ca. 16.000 EUR – das wäre der Fall, wenn alle Strikes gerissen und die Aktien angedient werden.

    In der TSW werden folgende Werte angezeigt:

    Netto-Liq. 10.0K
    Mindesteinschuss 2.9K = ca. 29%

    Bedeutet das nach deiner Regel, ich könnte theoretisch weitere Positionen eingehen, bis ca. 50% beim Mindesteinschuss erreicht sind?

    Und wenn ja, was wäre, wenn z.B. Morgen der Markt absackt …
    so schnell könnte ich weitere ca. 15.000 EUR gar nicht zum Broker schaffen, auch wenn ich es hätte …

    Worin besteht dann der Sinn der 50%?

    Woran erkennst du eigentlich steigende Prämien, schaust du dir täglich die Preise an oder siehst du es an anderen Indikatoren?

    Danke und beste Grüße, Jens

    1. Hi Jens!

      Sorry für die späte Antwort. Muss dir bzgl. der 50% auch die eigentliche Antwort schuldig bleiben, da muss ich mich erst reindenken und dazu fehlt mir aktuell etwas die Zeit übers Pfingstwochenende.

      Was die steigenden Prämien angeht bzw. ob eine Prämie lukrativ ist oder nicht, ich schaue in der Tat eigentlich jeden Tag nach Arbeit so ca. 19:00 bis 20:00 Uhr rum in die TWS und was der Markt so macht. Nur so bekommt man ein Gefühl dafür und sieht dann bestimmte Bewegungen. In der TWS schaue ich dann genauer auf die Volatilität und ob es bei interessanten Werten krasse Schwankungen nach oben gibt. Wenn ja versuche ich herauszufinden was der Grund ist und ob ich denke, dass der Kursrückgang bzw. der Anstieg der Vola berechtigt ist und/oder sich bald wieder umkehrt. Das sind dann potentielle Kandidaten für einen Verkauf einer Option.

      Im nächsten Optionsdepot Update für Mai hab ich ein schönes Beispiel drin von CAH. 20% Kursabfall an einem Tag wegen schlechter Quartalszahlen. Vola schiesst in die Höhe und damit die Prämien. Ich fand das alles übertrieben und war mir sicher, dass geht nicht weiter runter sondern eher wieder nach oben. Also Put verkauft nahe am Kurs, dicke Prämie kassiert und schon 5 Tage später bei 50% zurückgekauft. Rendite per anno wäre ca. 100% 😀 … sauber!

      Wie gesagt, im nächsten Optionsdepot Update dann etwas mehr dazu …

      CU Ingo.

  6. Hi Ingo,

    zu meiner 50%-Frage eine weitere, die nochmal das max. Risiko des Stillhalters mit einer klassischen Cash Secured/Covered-Strategie beschreiben soll.

    Angenommen ich habe ein 50.000 USD Konto und schreibe Puts im Gegenwert von 45.000 USD auf Aktien.

    Die 45.000 USD beziehen sich auf die Summe der theor. ausgeübten Optionen zum Strike-Preis.

    Bsp.:

    1. 1xCSP, Strike 150 USD (150×100 = 15.000)
    2. 1xCSP, Strike 125 USD (125×100 = 12.500)
    3. 1xCSP, Strike 175 USD (175×100 = 17.500)
    Summe: 45.000 USD

    Worauf ich hinaus will …

    Wenn ich auf meinem Konto mindestens 45.000 USD Cash liegen habe, kann mir egal in welcher Marktphase kein Margin-Call drohen, denn alle Positionen sind komplett mit Cash hinterlegt, oder?

    Also egal wie stark die Märkte innerhalb der Laufzeit fallen, die Volatilität ansteigt und die Optionspreise sich verteuern … in jedem Fall werden max. die Optionen zum Strike fällig, dh die Aktien mir eingebucht und mit dem Cash bezahlt?

    Problematisch wäre es erst, wenn ich CSP im Gegenwert von z.B. 60.000 USD geschrieben hätte und nur 50.000 USD in Cash auf dem Konto habe.

    Danke und viele Grüße,

    Jens

    1. Hi Jens!

      Absolut korrekt. Deine Puts sind alle mit Cash abgesichert, deswegen sind es pure Cash Secured Puts (Sehr gut!) und du benutzt keine Margin. Es kann also auch nie zum Margin Call kommen. Diese Trades könntest du auch in einem reinem Cash Konto ausführen.

      Um zu deiner Frage von ein paar Tagen zurückzukommen, würdest du jetzt obendrauf nochmals Puts verkaufen in der Größenordnung um weitere 45k USD, dann wärest du bei 90K Gesamtrisiko in einem 50k Konto. Wie genau sich dann hier die Marginauslastung berechnet, dass ist so einfach nicht zu sagen, da sich diese ja jede Sekunde mit dem Marktwert der Positionen im Depot und der Vola am Markt ändern kann. Dazu schaue ich dann immer in die TWS. In der Regel werden es um die 25% sein, heißt du hast eine Marginauslastung von ca. 22,5k (25% von 90k) in deinem 50k Konto. Milchmädchenrechnung, ja ich weiß.

      Meine Faustregel war, 10k Konto mit 35k Kaufkraft (sieht man in der TWS unter Konto) dann max. 50%, also 17,5k als Risiko eingehen. Wie ich es schonmal irgendwo erwähnte, fühlte ich mich damit aber nicht 100% wohl. Also gehe ich auf ca. 1/3 runter (33%) und bewege mich eher im Rahmen um 12k rum. Ich verkaufe also nie Position mit einem höheren Gesamtrisiko als diese 12k. Da kann ich ruhiger schlafen und selbst ein Crash um 50% sollte nichts bewirken können, außer Katerstimmung ob der allgemeinen Situation am Markt. Und Freude gleich dazu, weil ich im Dividendendepot günstig nachkaufen könnte 🙂 !

      Genauer kann ich keine Werte liefern, da die Berechnung ein hochkompliziertes Konstrukt ist, welches ich selbst nicht komplett verstanden habe bisher. Chri hat auf seinem Blog aber mal einen sehr guten Artikel dazu geschrieben. Schau mal hier rein: Die wichtigsten Werte beim Handel auf Margin

      BTW für den Beginn und die ersten Trades ist meine Empfehlung ohne Margin zu kalkulieren. Also wie in deinem Bsp. die 45k aus 50k sind okay, drüber eher nicht.

      CU Ingo.

  7. Bin mit ca 70-75 % Marginauslastung unterwegs… zur Teilabsicherung kaufe ich allerdings regelmäßig DAX Puts mit ca. 6-9 Monaten Restlaufzeit… für den Fall eines großen Crashs habe ich zudem einen Rahmenkredit bei der DIBA, den ich zur Not bis 25k und einem Zinssatz von 6 % zur Margindeckung nutzen würde…

    Ich vergleiche meine Aktienstrategie inkl. Covered Calls und Cash Secured Puts mit einer Immobilienfinanzierung: Die „Mieter“ werden durch Qualitätsunternehmen wie Visa, 3M, Texas Instruments, usw. repräsentiert, die Dividenden sind die Mietzahlungen, die verkauften Optionen dienen zur Risikojustierung (Verluste von „Mietnomaden“ begrenzen) und als Fremdkapitalturbo und die gekauften Puts als Feuerversicherung…

    Beste Grüße
    Patric

    1. Hi Patric!

      Danke für deinen Kommentar.

      Du hast da eine ziemlich hohe Marginauslastung, aber zumindest hast du einen Notfallplan in der Hinterhand. Ansonsten müsste ich jetzt den Zeigefinger heben und sagen …

      Gut gut, du machst das schon 🙂 …

      Für Einsteiger bitte nicht zur Nachahmung empfohlen!

      CU Ingo.

  8. Hey Ingo!

    Absolut richtig! Ein „blutiger Anfänger“ sollte so eine Strategie nicht fahren. Ich sehe das Ganze inzwischen als professionelles Business an und da in (fast) jedem Unternehmen Fremdkapital zum Einsatz kommt, tue ich das halt genau so. Für sowas sollte man natürlich schon etwas an Buchhaltungs-/Betriebswirtschaftswissen haben, aber ein riesengroßes Hexenwerk ist es auch wieder nicht. Am Schluss zählt natürlich, ob man sich mit seiner Strategie wohl fühlt!

    Das Schöne ist, dass man jederzeit seine Chips auf dem Tisch reduzieren kann, wenn es einmal „zu heiss“ werden sollte. Drawdowns sind ganz selbstvständlich einzukalkulieren, sollten danach aber möglichst schnell wieder ausgeglichen und neue Höchsstände angepeilt werden. Ein Schritt zurück, 3 Schritte vor, usw. 😉

    Beste Grüße

    Patric

  9. Hallo Ingo, tolle Seite!

    ich möchte den secured put dazu nutzen Aktien zu erwerben. Jetzt ist aber die Prämie bei gleichem Strike für eine Laufzeit von 7 Tagen viel niedriger als für 90 Tage (meist mehrere hundert Euro). Verstehe da den Sinn nicht. Vor allem wenn ich at the money ja wirklich kaufen will.. oder wird man at the money auch nur sehr selten ausgeführt?

    Meine zweite Frage: was ist deiner Erfahrung nach der Preis einer Aktie, nachdem der strike Preis unterschritten wurde? Also angenommen strike Preis ist 50€, wird dann der Wert der Aktie eher 49,90 sein oder 47€ wenn sie bei mir eingebucht wird.

    LG Henry

    1. Hi Henry!

      Danke für deinen Kommentar und die Fragen.

      Na du wirst in der Regel ausgeführt, wenn zum Verfallstag der Kurs unter dem Strike minus der Prämie liegt. Also bei ATM (Kurs liegt auf Höhe des Strikes) in der Regel eher nicht.

      Und die 90-Tage-Option ist deswegen mehr Prämie wert, weil sie natürlich einen viel höheren Zeitwert hat, als die 7-Tage-Option. Oder verstehe ich die Frage falsch?

      Du meinst mit Preis den Einkaufspreis, richtig? Der EK deiner Aktie nach Einbuchung wird genau Strike minus Prämie sein. Der Kurs hat damit erstmal nichts zu tun. Also bei Strike zu 50 EUR (die musst du ja bezahlen, egal wo der Kurs steht) und bei einer Prämie von 5 EUR, wird dein EK 45 EUR sein. Sollte der Kurs zum Verfallstag dann z.b. bei 37,50 EUR stehen, dann bist du also 7,50 EUR im Minus zu dem Zeitpunkt.

      Ich hoffe ich konnte helfen 🙂 …

      CU Ingo.

  10. Hallo Ingo,

    Wie machst Du mit steuern, wenn du im Dezember CSP verkaufst mit Laufzeit im Januar und lässt statt auslaufen im Januar (bei 80% ) zurück kaufen?

    Vielen Dank für die Info!

    1. Hi Wladi!

      Danke für deine Frage.

      Ich lasse meine Optionen über Jahresfrist laufen und benutze die Abrechnung von Banx/IB für die Steuererklärung. Ich weiß, dass dies nach dt. Steuerrecht wegen dem Zuflussprinzip nicht 100% okay ist, weil sich der Gewinn/Verlust damit ggf. in das nächste Jahr verschiebt. Aber ehrlich, bei den paar Kröten. Und Jahr für Jahr gleicht sich das ja dann auch wieder aus. Dem Finanzamt geht nichts verloren.

      Bisher hatte ich damit keine Probleme und ich bin sicher, dass mein freundlicher Finanzamtbearbeiter froh ist, dass die Abrechnung einfach gehalten wird und für ihn nachvollziehbar ist.

      Wenn du damit nicht ruhig schlafen kannst, bleibt dir leider nur der Weg über das Schließen der Option zum letzten Handelstag in 2020 und dann die Wiedereröffnung am ersten Handelstag in 2021. Dabei sollte es eigentlich keine großen Verwerfungen geben, außer der Markt schwankt extrem an den beiden Tagen. Und die Gebühren fallen leider 2x extra an.

      CU Ingo.

  11. Hallo Ingo,

    in Twitter berichtest du ja immer von deinen geschlossenen Trades. Dabei habe ich gesehen, dass du zum einen nicht immer bei 50% zurückkaufst sondern bei deutlich weniger und zum anderen, dass du auch Calls zurückgekauft hast. Hast du dir hierfür bestimmte Regeln auferlegt wann du mal bei 25%, 35% oder 45% zurück kaufst? Je nach Marktstiuation, oder Underlying? Oft bin ich hier noch sehr vorsichtig und stelle den Rückkauf bei ca. 45% rein, so dass halt 50% Gewinn sicher sind und die Optionsprämien auch noch bezahlt sind. Aber bei AT&T kürzlich wurde ich sogar positiv überrascht durch den Sprung bei der Eröffnung. Da hatte ich einen Rückkauf zu 30$ drin und er wurde sogar für 20$ durch IB durchgeführt. Das ist aber wahrscheinlich das Vabanque-Spiel zwischen Gier und relativ sicherer Rendite… Und bei den Calls: Ich glaube bei Tanger hast du den zurück gekauft. War sicher vom Preis gut zurück gegangen. Allerdings dachte ich, dass du mit den Calls die Aktien auch wieder los werden willst, um dann mit Cash Secured Puts wieder neu zu starten?

    Gruß
    Andreas

    1. Hi Andreas!

      Danke fürs Vorbeischauen und deine Fragen.

      Also grundsätzlich kaufe ich Optionen zurück, wenn diese 50% im Gewinn (oder mehr) in 50% der Laufzeit (oder weniger) notieren. Wobei die 50% eher als Wert zu verstehen sind, wo das Spiel beginnt. Es kann auch jeder Wert zwischen 50% und 99,9% sein.

      Soweit verständlich?

      Ich mache das einfach, weil ich so das Risiko aus dem Trade nehme. Danach verkaufe ich in der Regel sofort eine neue Option und das Spiel beginnt von vorn. Ob das nun ein Put oder Call ist, ist dabei erstmal egal. Ich wende dieses Vorgehen bei beiden an.

      Ob ich eine Aktie eingebucht oder ausgebucht bekommen möchte, ist immer eine Fall zu Fall Entscheidung.

      In der Regel bin ich bei Puts mit der Prämie zufrieden und nehme die Aktie nur, wenn der Kurs mal gegen mich läuft. Beim Optionskonto habe ich selten den Drang, dass ich eine Aktie unbedingt im Depot haben muss. Wäre dies auch mein Dividendenaktiendepot und würde ich Puts zum Kaufen meiner Bestandspositionen nutzen, sähe das vielleicht anders aus.

      Bei Calls schau ich auch immer, ob eine Aktie unterbewertet ist oder eher nicht und ob ich zeitnah mit einer Kurserholung rechne. Wenn beides passt, dann wäre es ja schade, wenn ich die Aktie für einen kleinen Gewinn sofort wieder hergebe, wenn ich mit größeren Gewinnen in naher Zukunft rechne.

      Deswegen verkaufe ich auf solche Aktien, aktuell z.b. bei mir Altria und Enbridge, gar keine Calls und erfreue mich an der hohen Dividende oder ich kaufe die Calls dann zurück, wenn die Prämie lukrativ war und meine oben genannte 50% Regel greift, z.b. aktuell bei Tanger Factory Outlet Centers.

      Dazu gilt noch, ich bin bei Puts eher gewillt die Andienung zu riskieren, wenn ich gar keine Aktien im Optionskonto habe, als wenn da schon ein Teil drin liegt und Cash bindet. Umgekehrt bei Calls möchte ich die Abgabe viel eher erreichen, wenn das Optionskonto schon voll von Aktien und kaum noch Cash vorrätig ist.

      So’n schönes Mittelding von ein paar Aktien im Optionskonto und noch genug Cash für Puts vorrätig ist der Optimalzustand. 🙂

      CU Ingo.

      1. Hallo Ingo,

        danke dir für die ausführliche Antwort. 🙂 Wie immer super erklärt und absolut verständlich und wieder mal sehr gute Denkanregungen drin. Vor allem ein wichtiger Punkt ist die Cash-Bindung, gerade wenn das Depot hauptsächlich ein Optionsdepot sein soll. Hier habe ich in der Tat keine ganz saubere Trennung und habe noch zwei Positionen als „Dividendenaktiendepot“ quasi mit drin, weil es mein einziges Depot ist wo ich US-Aktien handeln kann. Und wenn dann schon mal eine Aktie drin liegt ist es eben auch attraktiv die Rendite mit den Calls noch etwas zu steigern. Gebe ich ja offen zu. Aber die Denkanregung auch einfach darauf zu verzichten, wenn man die Aktie auf keinen Fall hergeben will, ist wirklich zu überdenken, denn leider ist es mir nämlich auch schon passiert, dass Call-Optionen die ins Geld gekommen sind vorzeitig eingelöst wurden, z.B. bei KHC kurz vor der Dividende und schwupp di wupp war eine schöne Posiiton weg, wenn man sieht wie die in letzter Zeit ganz gut gelaufen sind. Tja, aber man lernt ja immer dazu. 🙂 Nun bin ich aber erst mal gespannt wie sich PETS noch bis zum 21 Mai entwickelt.

        Gruß
        Andreas

      2. Hi Andreas!

        Naja eine Vermischung von Optionshandel und Dividendendepot ist absolut legitim und hat sehr schöne positive Effekte gerade beim Einkauf (günstiger kaufen) und bei seitwärts laufenden Werten (Covered Calls).

        Bei mir ist die Trennung organisch gewachsen, weil ich mit dem Optionshandel erst viel später begann und da das Dividendenaktiendepot bei der Comdirect schon richtig groß war. Jeder hat da eine andere Situation.

        Und ich behalte die Trennung auch deswegen bei, weil sich das für den Blog besser darstellen lässt, wenn ich über Dividendeneinkommen und Optionseinkommen separat schreibe.

        Viel Erfolg weiterhin!

        CU Ingo.

  12. Hallo Ingo, vielen Dank für diese kleine Serie zu Optionen. Ich hätte folgende Frage zu Short Put Optionen. Und zwar ganz konkret zum Exit. Am einfachsten ist es ja, wenn die Option bis zum Ausübungstag nicht fällig wird. In diesem Fall ist sie (für den Käufer/ die Gegenpartei) wertlos und verfällt ganz automatisch. Was ist aber nun in dem Fall, dass ich (=Stillhalter) die Option aktiv schließen will. Buy-to-close ist hier wohl der Fachbegriff. Erhalte ich dann den Verkaufserlös (sofern das Underlying gestiegen ist und damit der Wert der Option idR zugenommen hat), nachdem ich bereits zuvor die Prämie eingestrichen hatte?!

    Um meinen Punkt nochmal klar herauszuarbeiten: Ich bin mir unschlüssig, ob ich am Ende des Tages als Stillhalter einer Put Option zweimal – erstmals durch die Prämie und später durch den vorzeitigen Exit – kassieren kann? Vielleicht kannst du dazu noch ein, zwei aufklärende Worte verlieren.

    Natürlich kann sich das Underlying auch entgegen meiner Trading-Idee entwickeln, sodass ein in-the-money wahrscheinlicher wird und die Option aus meiner Stillhaltersicht an wert verliert. In diesem Szenario könnte ich die Position nicht mit Gewinn schließen. Das würde mir in meiner Portfolio-Übersicht im Broker auch „rot“ angezeigt werden.

    Ich danke.

    1. Hi Phil!

      Danke für deine Frage.

      Ich hatte das vorzeitige Schließen von Optionen im Rahmen der 50% Regel in einem extra Artikel besprochen. Da sollte einiges klarer werden.

      Grundsätzlich gilt, wenn du eine Option für 100 USD verkaufst und beim Schließen (was ja ein Kauf ist) 50 USD bezahlst, dann verbleiben 50 USD als dein Gewinn.

      CU Ingo.

  13. Hi Ingo,

    ich wollte mich an der Stelle einfach mal für deine Arbeit bedanken. Ohne sinnloses Coaching, Mastermind oder was weiß ich nicht alles was da bar jeder Qualifikation angeboten wird.
    Keine falschen Versprechungen sondern ein relativ sicheres System welches man unaufgeregt durchziehen kann.

    Ich habe das ein oder andere für mich angepasst (kaufe z.B. erst bei 75% zurück und auch das nur bis Max. 1 Woche vor Verfall) aber ohne deine Beitragsreihe wäre das nie entstanden.

    Vielen Dank nochmal, mach weiter so und noch viel Spaß auf deinen Reisen!

    Viele Grüße aus dem inzwischen auch sonnigen Deutschland
    Andreas

    1. Hi Andreas!

      Danke fürs Vorbeischauen und das nette Feedback.

      So etwas motiviert immer ungemein und bedeutet mir viel. Danke Danke Danke! 🙂

      Vielleicht trägt ja mein kleiner Blog dazu bei, dass der ein oder andere viel Geld spart und nicht für unnötige Kurse oder Seminare raushaut.

      Das Geld ist aufs eigene Optionskonto eingezahlt doch viel besser aufgehoben. 😉

      Grüße aus Perth.

      CU Ingo.

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